Verkehr in Neuss: Fleher Brücke sorgt für Ärger

Verbindung zwischen Düsseldorf und Neuss : Fleher Brücke sorgt für Ärger

Sanierung belastet Verkehrsteilnehmer. Experte erklärt Vorgehen auf der Brücke.

Die Einladung steht. Ein Vertreter von Straßen.NRW soll bei einer Bürger-Versammlung in Uedesheim den Sachstand zur Fleher Brücke erklären. Dabei wird es dann auch darum gehen, ob und wie möglicherweise für eine verkehrliche Entlastung gesorgt werden kann. Dass die Situation für die Bürger im Neusser Süden durchaus belastend ist, wurde am Donnerstag bei der gemeinsamen Sitzung der Bezirksausschüsse Uedesheim, Norf und Rosellen deutlich. Als Vertreter von Straßen.NRW war Ludger van Bebber, Leiter der Autobahnniederlassung, gekommen, um die Politik über die Schäden an der Brücke sowie das Vorgehen während der Sanierungsarbeiten zu informieren. Dabei wurde deutlich: Die Schäden sind äußerst massiv. Und die Beeinträchtigungen für die Verkehrsteilnehmer ebenfalls.

Ludger van Bebber betonte, dass er durchaus um die Situation wisse. „Die Gegenwart auf der Fleher Brücke ist nicht zufriedenstellend“, sagte er. Und er blickte über die Stadtgrenzen. „Die Situation der Rheinbrücken in NRW spitzt sich zu.“ Denn seit Freitag ist die Rheinbrücke bei Krefeld-Uerdingen wegen Sanierungsarbeiten für den Lkw-Verkehr ab 7,5 Tonnen gesperrt. Für Verkehrsteilnehmer, die regelmäßig über die Fleher Brücke fahren, hat sich die Situation bereits zugespitzt. Dass es sich um eine äußerst bedeutende Verbindung zwischen Neuss und Düsseldorf handelt, untermauerte van Bebber mit Zahlen. 85.000 Fahrzeuge passieren die Brücke täglich, davon 11.500 Lkw. Diese Zahlen basieren auf einer Verkehrszählung aus dem Jahr 2015. Auf der anderen Seite stehen die Schäden an der Brücke. So seien bislang bereits mehr als 1000 Risse entdeckt worden. Hinzu kommen zum Beispiel mangelhafte Schweißnähte.

Ob es angesichts solcher Schäden nicht besser sei, gleich eine ganz neue Brücke zu bauen, lautete eine Frage an van Bebber. „Die Diskussion um den Neubau der Brücke wird dann losgehen, wenn weitere Risse entdeckt werden und der Zustand der Brücke aus Gutachtersicht noch schlechter ist“, sagte van Bebber. Erst einmal aber geht es darum, mit dem Statusquo umzugehen und die Sanierung voranzutreiben. Und die hat es in sich. Die Arbeiten sollen fünf Jahre dauern.

Für die endgültige Wiederherstellung der Tragkraft der Brücke werden die Schrägstreben teilweise im oberen Bereich ausgetauscht beziehungsweise 156 Hauptträger/Querträger-Anschluss-Verstärkungen und parallel 78 sogenannte Lagesicherungen (Schrägstrebe am Hauptträger) ausgeführt. Danach werden 78 Knoten Schrägstrebe/Querträger-Anschlüsse saniert. Ludger van Bebber erklärte das Vorgehen ausführlich im Ausschuss. Das soll demnächst bei einer Bürgerversammlung wiederholt werden.

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