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Neuss: Verhandlungsergebnis sichert 300 Jobs bei Ruia

Neuss : Verhandlungsergebnis sichert 300 Jobs bei Ruia

Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter haben lange und hart mit der amerikanischen Whitesell-Gruppe über eine Personalvereinbarung verhandelt, jetzt steht sie. Damit ist der Weg für die Übernahme des Automobilzulieferer Ruia Global Fasteners durch den amerikanischen Investor frei. Intern wird damit gerechnet, dass der Eigentumsübergang im November wirksam wird.

Kernforderungen der Arbeitnehmerseite in den Verhandlungen waren der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und ein klares Bekenntnis des Investors zur Tarifbindung. Beides konnte durchgesetzt werden, berichtet Heiko Reese, Bevollmächtigter der IG Metall. Andererseits musste auch die Belegschaft der vier Ruia-Werke in Deutschland weitreichende Zugeständnisse wie Erhöhung der Wochenarbeitszeit oder Urlaubsverzicht machen. Aber die so erzielten Einsparungen bleiben sozusagen im Haus. Whitesell, so Reese, habe sich verpflichtet, auf jeden eingesparten Euro noch einen drauf zu legen und diese Summe in die Deutschland-Werke zu investieren. Auch wenn es explizit nirgendwo schriftlich fixiert wurde ist er sicher, dass über diesen Weg der Bestand aller Standorte gesichert ist.

Ruia Global Fasteners (früher Bauer & Schaurte) ist seit März vergangenen Jahres im Insolvenzverfahren. Die Unternehmensgruppe Whitesell, auch aus Sicht der Gewerkschaften der richtige strategische Partner für das auf mechanische Verbindungselemente spezialisierte Neusser Werk mit 300 Mitarbeitern, hatte schon im Mai den Kaufvertrag unterzeichnet, dessen Vollzug jedoch an viele Bedingungen geknüpft war. Die Mitarbeitervereinbarung war eine davon.

"Hätten wir einen anderen Investor gehabt, wären die Verhandlungen gescheitert", gibt Reese zu. Für den Fall war bereits ein Plan B in Vorbereitung. Die Fortführung des Unternehmens in Eigenverantwortung der Belegschaft.

(-nau)