Neuss: Vergnügliches Abenteuer im Hundezirkus

Neuss : Vergnügliches Abenteuer im Hundezirkus

Das Stück "Zirkus – ein Hundeabenteuer" von Sergio Abajur besticht vor allem mit seinen Masken und Kostümen.

Eine bunte Zirkuswelt – dazu gehören Zauberer, Clowns und Artisten. All das gibt es auch im Theater am Schlachthof (TaS). Das Kindertheaterstück "Zirkus – ein Hundeabenteuer" feierte Uraufführung und entführte die großen und kleinen Zuschauer in eine andere Welt. Zum Träumen einladen will das Ensemble rund um den Autor und Regisseur Sergio Abajur.

Die Geschichte, die der gebürtige Brasilianer selbst geschrieben hat, erzählt deshalb auch von vier Straßenhunden, die sich aufmachen, um ihren Traum, auf der großen Bühne zu stehen, zu verwirklichen. Boris (Thomas Johannsen), Toni (Fabian Haupt), Nina (Tanja Emmerich) und Tuca (Sergio Abajur) heißen die Vier, die alle aus den verschiedensten Gründen ihr Zuhause verloren oder zurückgelassen haben.

Das Quartett trifft auf einen ortsansässigen Zirkus, will dort sein Glück zu versuchen, muss aber erst mal eine Enttäuschung wegstecken: In der Manege ist schon lange niemand mehr aufgetreten. Was die Hunde tun, um ihren Wunsch doch noch zu verwirklichen, und was letztendlich dabei herauskommt, das erfahren die Zuschauer in der etwa 75-minütigen Aufführung.

Obwohl: Die Handlung scheint eher zweitrangig. Szenen wie die, in der sich die vier Hunde kennenlernen, oder das Zusammentreffen mit dem Zirkusdirektor (Marc Tiedke) und der Zirkushündin Jenny (Gayane Hakobyan), sind sehr kurz gehalten und wirken dadurch ein wenig oberflächlich. Dieses kleine Manko der Aufführung ist aber spätestens bei der Zirkusshow vergessen. Denn dann zeigen die Hunde ihre großen Talente mit Zaubertricks, einer Tanzeinlage und Pantomime. Das große Finale ist eine echte kleine Zirkusshow, die vor allem bei den Kindern im Publikum für restlose Begeisterung sorgt.

Das Theaterstück glänzt vor allem durch die Optik: Das Bühnenbild ist detailreich, bunt und mit viel Liebe und Mühe gestaltet. Während einer viertelstündigen Pause wird das Bühnenbild zur Zirkusmanege umgewandelt.

Ganz besonders bei der Maske und in Sachen Kostüm wurden wahre Wunder vollbracht: Alle Schauspieler auf der Bühne sind aufwendig geschminkt und als Hunde verkleidet. Da gibt es zum Beispiel die kapriziöse Pudeldame Nina aus reichem Hause, den vorwitzigen Dalmatiner Toni oder auch den gutmütigen Bernhardiner, der den Zirkus leitet.

Sergio Abajur ist vor acht Jahren nach Deutschland gekommen, um hier mit seinem Lebensgefährten zusammenzuleben. Nachdem der berufliche Start in Deutschland nicht leicht fiel, erfüllt sich der Regisseur, Autor und Schauspieler mit dem Stück einen großen Traum: die erste eigene deutsche Theaterproduktion. Er ist aber nicht nur für Text, Maske und Kostüm verantwortlich, sondern steht auch selbst auf der Bühne, spielt den Straßenhund Tuca.

(NGZ/rl)
Mehr von RP ONLINE