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Vergehen in Neuss: „Wildpinkeln“ belegt Spitzenplatz

Erfasste Vergehen in Neuss : „Wildpinkeln“ belegt Spitzenplatz

Unerlaubtes Urinieren war 2021 das häufigste erfasste Vergehen. Die Zahlen der Stadt beinhalten auch wilde Müllkippen oder das Wegwerfen von Zigaretten.

(jasi) Rund 2000 wilde Mülkippen wurden von der AWL in den vergangenen Jahren beseitigt und zu den Verwertungsanlagen transportiert. Diese Zahl ist jedoch nur ein Teil der Bilanz, die die Stadt jetzt auf Anfrage der CDU in Bezug auf Sauberkeitsfragen vorgelegt hat. Als kreisangehörige Kommune hat die Stadt Neuss Abfälle einzusammeln und dem Rhein-Kreis zur Entsorgung und Verwertung zu übergeben. Zu der Pflicht zählt auch das Einsammeln der im Stadtgebiet verbotswidrig abgelagerten Abfälle von den der Allgemeinheit zugänglichen Grundstücken. Der Kommunale Service- und Ordnungsdienst (KSOD) bestreift im Schichtdienst das gesamte Stadtgebiet präventiv. Sollten durch die Kräfte wilde Müllkippen entdeckt werden, erfolgt eine Meldung an die AWL. Sollte jemand bei einer Entsorgung größeren Ausmaßes auf frischer Tat ertappt werden, würde der KSOD die Personalien aufnehmen und die Untere Abfallwirtschaftsbehörde (RKN) informieren. Werden Verursacher von kleineren Vermüllungen oder Verschmutzungen gesichtet, greift ein entsprechender Verwarnungs- beziehungsweise Bußgeldkatalog auf Grundlage der Straßenordnung der Stadt.

Insgesamt konnten im Jahr 2021 aufgrund von in jenem Katalog aufgelisteten Verstößen 44 Verfahren gegen Personen, die „auf frischer Tat ertappt wurden“, eingeleitet werden. Dort stellte das wilde Urinieren mit 18 Verfahren den „Spitzenplatz“ und das Wegwerfen von Zigarettenkippen mit 16 Verfahren den zweiten Platz dar. Hinzu kommen acht Anzeigen, die an die Untere Abfallwirtschaftsbehörde erstattet wurden. „Über den Sachverlauf der Anzeigen liegen keine weiteren Erkenntnisse vor, da der Rhein-Kreis Neuss hierüber nicht zwingend informieren muss“, so die Stadt. Ergänzend sei für die Jahre 2020 und 2021 anzumerken, dass die Coronapandemie und die damit einhergehenden Kontrollpflichten den Fokus der Arbeit des KSOD bildeten. So hätten die „normalen“ Präventivstreifen aufgrund des anlassbezogenen Schwerpunktes fast vollständig zurückgefahren werden müssen.