Neuss: Vereine übernehmen Sportplätze

Neuss : Vereine übernehmen Sportplätze

Ab dem 1. Juli sollen Sportvereine die Verantwortung über 15 städtische Bezirkssportanlagen übernehmen. Das hat auch Auswirkungen auf Sportler, die keinem Verein angehören.

Einkommenseinbußen müssen städtische Sportplatzmitarbeiter hinnehmen, die künftig keine Überstunden mehr anhäufen dürfen. Vereine werden ab dem 1. Juli auf 15 Bezirkssportanlagen die Schlüsselgewalt übernehmen. Zum einen geht es um die Umsetzung von EU-Recht, zum anderen darum, im städtischen Haushalt Geld einzusparen. Die Auswirkungen treffen nicht nur die federführenden Vereine auf diesen Anlagen, sondern auch nicht vereinsgebundene Sportler. Eine Übersicht der wichtigsten Fragen:

Warum ist diese Regelung notwendig?

Das EU-Recht sieht für städtische Mitarbeiter eine Arbeitszeitregelung von 39 Stunden in der Woche vor, in Ausnahmefällen 48 Stunden. "Zum Teil arbeiten sie bis zu 70 Stunden", sagt Sportamtsleiter Friedhelm Thissen.

Was kommt auf die Vereine zu?

Sie müssen in der Zeit zwischen 16 und 22 Uhr den Ablauf auf der Bezirkssportanlage selbst organisieren. Das betrifft das Auf- und Zuschließen ebenso wie den Winterdienst auf der Anlage. Aber Reinigungsarbeiten, wie Dusche säubern, gehört nicht dazu.

Wer trägt die Verantwortung in der Zeit, wenn kein Trainings- und Spielbetrieb ist?

Städtische Mitarbeiter sorgen für die Öffnung von morgens bis 17 Uhr. Nutzt der Verein danach die Anlage nicht, ist sie geschlossen.

Was passiert mit kleinen Sportgruppen, Hobby-Nutzern, Kindern und Jugendlichen, die auf einer Anlage Sport treiben wollen?

Sie müssen sich auf eine veränderte, eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit einstellen. Zwischen 7.45 und 16.45 Uhr bleibt alles wie bisher und die Bezirkssportanlagen sind für die Allgemeinheit geöffnet. Im Stadion sogar bis 22 Uhr, weil es dort eine Sonderregelung gibt. Ist kein Verein auf der Anlage, bleibt diese nach 17 Uhr geschlossen.

Gibt es noch weitere Veränderungen?

In der Zeit, in der ein Verein die Schlüsselgewalt übernimmt, trägt er auch die Verantwortung, wenn Nicht-Mitglieder die Anlage zum Sporttreiben nutzen. Vereine haben die Möglichkeit, die Öffentlichkeit auszuschließen, wenn sie diese Vertantwortung nicht tragen wollen. "Schadensfälle, an denen normale Sportler beteiligt sind, sind ausgesprochen selten", sagt Friedhelm Thissen.

An wann soll diese Regelung gelten?

Ab dem 1. Juli.

Welche Vereine sind der Vereinbarung bislang beigetreten?

SVG Weißenberg, DJK Hoisten, BV Weckhoven und SV Uedesheim.

Was geschieht, wenn sich Vereine weigern, den Vertrag zur Übernahme der Schlüsselgewalt zu unterschreiben?

"Dann sind die Anlagen ab 16.45 Uhr geschlossen", sagt Thissen.

(NGZ)
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