Verbraucherzentrale Neuss wirbt für teure Servicenummer

1,86 Euro pro Minute : Verbraucherzentrale wirbt für teure Servicenummer

Auf der Internetseite der Verbraucherzentrale NRW wird vor der „Kostenfalle Servicenummern“ gewarnt. Vor allem Nummern mit der Vorwahl 0900 würden oft dazu verwendet, um sich vermeintliche Gewinnspiel-Preise zu sichern.

Am Ende flattert meistens jedoch lediglich eine hohe Telefon-Rechnung ins Haus.

Unsere Redaktion erreichte nun eine E-Mail der Verbraucherzentrale Neuss, in der darauf hingewiesen wird, dass die Beratungsstelle in diesem Jahr am 27. und 28. Dezember eine Beratungsauszeit einlegt. Für Anliegen von Verbrauchern stünden jedoch Berater am landesweiten Verbrauchertelefon zur Verfügung. Skurrilerweise handelt es sich dabei um eine 0900-Nummer, vor der sonst zumeist gewarnt wird. Der Preis: 1,86 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz.

„Wir würden das gerne anders lösen“, sagt Christian Fuchs von der Verbraucherzentrale Neuss. Das Problem: Der Etat der Verbraucherzentrale NRW in Höhe von rund 47,4 Millionen Euro im Jahr speist sich aus institutioneller Förderung durch das Land, aus anteiligen Mitteln der Städte und Kreise für die örtlichen Beratungsstellen, Projektmitteln, Spenden sowie aus eigenen Einnahmen. Bei einem telefonischen Dienst gibt es jedoch keine Zuschüsse von Land und Kommunen, sodass sich das Angebot quasi selbst finanzieren muss.

Fuchs macht darauf aufmerksam, dass es sich bei der Hotline um eine reine Rechtsberatung handelt. Man werde mit Volljuristen in Düsseldorf verbunden. Da die persönliche Rechtsberatung oft verhältnismäßig kostspielig ist (45 Euro beim Versicherungsrecht) kämen Kunden bei der Nutzung der Hotline sogar vergleichsweise kostengünstig weg.

(jasi)