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Rhein-Kreis Neuss: Verband fördert Stärken der Familienbetriebe

Rhein-Kreis Neuss : Verband fördert Stärken der Familienbetriebe

Unternehmer haben viele Möglichkeiten, sich zu vernetzen. Für inhabergeführte Betriebe der Region engagiert sich der Verband "Die Familienunternehmer", der auch im Rhein-Kreis aktiv ist.

Franz Josef Odendahl führt seinen Gartenbaubetrieb bereits in der dritten Generation. Den Rosenhof in Allerheiligen hat er von seinem Vater übernommen — und beim Chefwechsel auch neue Ideen mitgebracht. Unter anderem die, sich mit anderen Firmen zu vernetzen: Odendahl ist Mitglied im Verband "Die Familienunternehmer", und gehört mit seinem Betrieb zum "Regionalkreis Niederrhein" des Verbands, der auch im Rhein-Kreis aktiv ist und in der Region über 300 Mitglieder hat.

"Familienunternehmer haben eigene Themen, die sie beschäftigen", sagt Odendahl, um zu erklären, warum er sich dem Verband vor über zehn Jahren angeschlossen hat. So werde bei den regelmäßigen Stammtischen etwa darüber diskutiert, wie die Übergabe des Unternehmens innerhalb der Familie gut organisiert werden kann oder wie man als Jungunternehmer seinen eigenen Weg findet. Die Mitglieder des Regionalkreises treffen sich regelmäßig, etwa zum lockeren Netzwerken in Restaurants, zu Vorträgen oder Betriebsbesichtigungen.

"Wir wollen Unternehmern neue Impulse geben und Chancen zum Austausch eröffnen", sagt Thomas Rick, Mitgliederreferent und Sprecher des Regionalkreises Niederrhein. Der Düsseldorfer Familienunternehmer, der auch NRW-Landesvorsitzender seines Verbands ist, hat sich für den Zusammenschluss entschieden, "weil es dort nicht darum geht, Visitenkärtchen auszutauschen, sondern Erfahrungen zu teilen". Damit das klappt — also alle Mitglieder in etwa auf dem gleichen Business-Level sind — gibt es Zugangsvoraussetzungen. Dazu gehören neben der Inhabergeführtheit ein Jahresumsatz von mindestens einer Million Euro, zudem muss der Betrieb mindestens zehn Mitarbeiter beschäftigen. Trotzdem reicht die Spannbreite der Mitglieds-Unternehmen vom Handwerksbetrieb bis zum multinationalen Henkel-Konzern in Düsseldorf.

"Dennoch gibt es vieles, was uns eint", sagt Rick. "Etwa das Generationendenken oder die soziale Verantwortung." Zudem gelte der Grundsatz, das Eigentum verpflichtet. "Inhaber gehen mit ihren Firmen anders um als externe Manager", sagt Rick. Franz Josef Odendahl sieht das ähnlich: "In Familienunternehmen herrscht eine ganz andere Kontinuität", meint der Neusser Gartenbauer. Viele Betriebe, darunter auch sein eigener, seien über Jahrzehnte mit ihren Stammsitzen verbunden, "das prägt die Philosophie des Unternehmens", meint Odendahl. So planten Familienunternehmer langfristiger und nachhaltiger: "Denn wir verfolgen das Ziel, unsere Betriebe einmal an unsere Kinder weiterzugeben", sagt der 42-Jährige. Das präge das unternehmerische Handeln enorm: "Es kann nicht nur um den kurzfristigen finanziellen Erfolg gehen", betont auch Thomas Rick, der den Begriff der Familie noch etwas weiter fasst. "Denn auch hinsichtlich der Mitarbeiter zeigt der Familienunternehmer eine ganz andere Verantwortung", meint Rick. So stehe dieser Unternehmer auch vor ganz anderen Herausforderungen — "über die wir uns im Verband austauschen", sagt Rick.

(NGZ/ac)