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Neuss: Valentinstag: Liebesgrüße in 160 Zeichen

Neuss : Valentinstag: Liebesgrüße in 160 Zeichen

Liebesbotschaften kommen am Valentinstag immer öfter auch per SMS. Doch ist das wirklich romantisch?

Es ist der Tag der Liebe, ein Tag, an dem so manches Liebesgeständnis gemacht und alte Liebe neu geweckt wird. Im Handyzeitalter fällt der Valentinstag sogar noch leichter als früher: Mit virtuellen Grußkarten, Herzchen-SMS oder selbst geschriebenen Gedichten, verschickt mit dem Smartphone.

Gerade für junge Leute ist es heute selbstverständlich, sich per Handy zu verlieben, und auch das entlieben fällt deutlich leichter, wenn es per Knopfdruck erledigt werden kann. Dass Liebe und Technik heute durchaus zusammengehen, zeigt Kevin Blumenstock auf seinem Handy: eine handgemalte Liebesbotschaft hat der 22-Jährige per SMS bekommen und löst damit die Begeisterung seiner weiblichen Mitschüler aus. "Voll süüüß", ist die einhellige Meinung der Mädchen, die wie Kevin das Berufskolleg Weingartstraße besuchen. Im Laufe des Gesprächs erweisen sie sich aber doch als Technik-Skeptiker — zumindest dann, wenn es um die Liebe geht.

Denn, da sind sich alle einig: Zwar können auch SMS romantisch sein, nicht aber einen Liebesbrief ersetzen, selbst wenn es per Flatrate heute möglich ist, mehr als 160 Zeichen in eine Textbotschaft zu packen. "Ein Brief ist etwas Besonderes", meint Valerie Arnz. Eine Nachricht sei schnell geschrieben, ein handschriftlicher Liebesbrief dagegen ist aufwendig. "Den würde ich aufbewahren, während eine SMS doch irgendwann gelöscht wird", meint die 24-Jährige. Ihre Sitznachbarin Nathalie Schiefer sieht das ähnlich: "Schließlich hat fast jeder einen Schuhkarton mit Liebesbriefen zu Hause", sagt die 20-jährige Neusserin, die angehende Kauffrau im Einzelhandel ist. Gemeinsam mit ihren Mitschülern besucht Nathalie den Blockunterricht der "P&C-Klasse" am Berufskolleg Weingartstraße — die Schule ist Partner des Düsseldorfer Bekleidungsunternehmens Peek & Cloppenburg und für die theoretische Ausbildung zuständig.

In der Pause darf es aber schon einmal um die Liebe gehen, vor allem wenn es um die Frage geht, ob eine Liebeserklärung per SMS das Richtige ist. Die Meinung der Runde fasst Viviane Amberger zusammen: "Per SMS sollte man weder seine Liebe gestehen, noch Schluss machen", meint die 19-Jährige. Denn: "Zu Liebe gehört Mut", sagt Valerie Arnz. "Gerade den Moment der Liebeserklärung sollten Verliebte teilen und auch beim Ende der Beziehung zu ihren Gefühlen stehen", meint sie. Währenddessen hat ihre Mitschülerin Yen-Nhi Nguyen mit ihrem Smartphone nach Valentinskarten gesucht — natürlich im Internet. Sie sieht in der modernen Technik Vorteile: "Mit einer SMS kann ich meinem Partner zeigen, dass ich an ihn denke", sagt die 21-Jährige. Und per Knopfdruck geht das eben doch etwas schneller als per Brief.

(NGZ/rl)