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Neuss: Unschuldig in den Unfalltod

Neuss : Unschuldig in den Unfalltod

Eine 25-Jährige verursachte am Mittwochnachmittag auf dem Grefrather Weg einen Frontalzusammenstoß. Sie hatte sich – so ein Zeuge – in den Fußraum ihres Autos gebückt und es so in den Gegenverkehr gelenkt. Das kostete ein Menschenleben.

Ein 71 Jahre alter Mann wurde am Mittwochnachmittag das Opfer eines tödlichen Verkehrsunfalles. Unschuldig, wie Polizeibeamte vor Ort hervorhoben. Denn der Neusser, der um kurz vor 15 Uhr mit einem Bekannten auf dem Grefrather Weg Richtung Neuss unterwegs war, hatte keine Chance dem entgegenkommenden Wagen einer 25-jährigen Neusserin auszuweichen, als diese mit ihrem Polo in den Gegenverkehr geriet. Sie war auf die Gegenfahrbahn gesteuert, berichtete ein Zeuge der Polizei, als sie sich in den Fußraum auf der Beifahrerseite ihres Wagens bückte. Wohl für eine McDonalds-Tüte, die Ersthelfer Dieter Overkamp dort sah.

Um 14.55 Uhr freute sich Dieter Overkamp schon auf den Feierabend. Nur noch seinen Lastwagen zurück zur Mülldeponie bringen, dann hatte der EGN-Mitarbeiter frei. Doch kurz vor der Einmündung Lövelinger Weg musste er Augenzeuge eines verheerenden Unfalls werden. „Ich habe erst gedacht, da sind Tote drin, so hat das geknallt“, schildert Overkamp den Frontalzusammenstoß.

Overkamp setzte erst einen Notruf ab, bevor er sich „mit schlotternden Knien“ um die Unfallopfer bemühte. Helfen konnte er nicht, denn die beiden schwer verletzten Wagenlenker waren hinter dem Steuer ihrer Autos eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr mit hydraulischem Rettungsgerät befreit werden. Nur der Beifahrer des 71-Jährigen blieb leicht verletzt und konnte sich selbst aus dem zerstörten Auto befreien.

Nach dem Zusammenstoß gingen gleich mehrere Anrufe bei der Polizei ein, die den Grefrather Weg vom Abzweig Lövelinger Weg bis zum Ortseingang Grefrath vollständig sperrte. Und während die ersten Auto- und Radfahrer – zum Teil verständnislos murrend – auf eine Umleitungsstrecke geschickt wurden und die Feuerwehr mit ihrem Gerät die Karosserien aufsprengte, begannen zwei Notärzte den Kampf um das Leben der Verletzten.

Die 25-Jährige wurde als erste befreit und mit einem Rettungswagen in ein Neusser Krankenhaus gebracht. Schwerer hatte es bei dem Frontalzusammenprall den 71-Jährigen getroffen, der zunächst mit einem Hubschrauber zu einem Krefelder Klinikum ausgeflogen werden sollte. Doch als um 16 Uhr der in Siegen stationierte Rettungshubschrauber Christoph 25 auf einem Feld bei Lanzerath niederging, hatte der Notarzt umdisponiert. Der Verletzte sei nicht mehr lufttransportfähig. Unter Reanimationsbedingungen, so die Polizei, wurde er mit einem Rettungswagen in ein Neusser Krankenhaus gebracht, wo er später starb. Er war in Neuss in diesem Jahr der zweite Unfalltote.

Der Grefrather Weg wurde um 16.35 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tödlicher Unfall auf dem Grefrather Weg

(NGZ)