1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Unfallflucht – kein Täter zu ermitteln

Neuss : Unfallflucht – kein Täter zu ermitteln

Es war einer der aufsehenerregendsten Verkehrsunfälle mit Unfallflucht in Neuss, doch er bleibt vielleicht für immer unaufgeklärt. Denn die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat jetzt die Ermittlungen gegen den Fahrer des Mercedes, der am 16. April auf dem Hamtorwall eine 26-Jährige anfuhr und lebensgefährlich verletzt liegen ließ, eingestellt.

Doch der Fall kommt nicht endgültig zu den Akten, betonte Christoph Kumpa, Sprecher der Staatsanwaltschaft. In diesem Fall wurde wegen des Verdachtes des versuchten Totschlags ermittelt — und dieser Vorwurf wird aufrecht erhalten. Denn, so erklärt Kumpa, "es gibt Anhaltspunkte dafür, dass der Fahrer den Unfall mitbekommen hat. Konsequenz: Das Delikt verjährt frühestens in 15 Jahren.

Einmalig an dieser Unfallflucht waren vor allem die Methoden, mit denen die Polizei Ansatzpunkte für ihre Fahndung ermitteln wollte. Denn weil der Fall nicht mit Hilfe von Zeugenhinweisen oder durch Auswertung etwaiger Spuren am Unfallort zu klären war, wurde drei Wochen später — zum ersten Mal überhaupt in Neuss — ein Unfall am Tatort rekonstruiert. Mit einem Dummy, wie er bei der Unfallforschung eingesetzt wird, der als Attrappe das Unfallopfer ersetzte.

Bei der Rekonstruktion ging die Polizei davon aus, dass ein Mercedes der E-Klasse das Tatfahrzeug sein muss. Dafür sprach ein Blendstopfen aus der vorderen Stoßstange, der am Tatort zurückgeblieben war. Bei dem Test wurde mit Hilfe eines Sachverständigen ermittelt, wie der Fahrer die 26-Jährige mit seinem Auto traf und welche Beschädigungen an dem Fahrzeug wahrscheinlich sind. Mit Hilfe von Daimler-Benz wurde zu ermitteln versucht, ob entsprechende Ersatzteile geordert wurden, in den Autowerkstätten der Umgebung nach entsprechenden Reparaturaufträgen gefragt, nennt Kumpa zwei Fahndungsstränge. Und weil angenommen wurde, dass der Wagen in einer, so Kumpa, "typischen Taxifarbe" lackiert war, wurden auch die Taxizentralen um Mithilfe gebeten. All das blieb ohne Erfolg.

Sollten sich aber neue Hinweise ergeben, so Kumpa, würde der Fall sofort wieder aufgerollt.

(NGZ)