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Uedesheim rettet Leben: Ein ganzer Ort lernt Wiederbelebung

Initiative „Uedesheim rettet Leben“ : Ein ganzer Ort lernt Wiederbelebung

Uedesheim liegt weit weg von der Stadt Neuss und den dortigen Rettungswachen. Damit das in akuten Notfällen wie Infarkten nicht zum Problem wird, haben fünf Uedesheimer eine Initiative gestartet: Uedesheim rettet Leben“. Und das geht so.

Der Name ist Programm: „Uedesheim rettet Leben“. Mit diesem Titel und diesem Ziel gründete sich vor fast zwei Jahren eine private Initiative von derzeit fünf Personen mit medizinischen (Grund)-Kenntnissen, die jeden Erwachsenen im Ort in Herz-Lungen-Wiederbelebung  schulen will. Rund 400 Personen haben bei ihnen bereits die etwa einstündige Unterweisung durchlaufen, etwa 3000 sind nach Darstellung von Hella Körner-Göbel, die lange leitende Notärztin in Wuppertal war, als Zielgruppe ausgemacht. Voraussichtlich ab August soll es wieder Schulungsabende im evangelischen Gemeindezentrum geben.

In ihrem Bemühe wird „Uedesheim rettet Leben“ jetzt von der Sparkasse und dem Tambourcorps „Blüh auf“ unterstützt. Beide finanzierten einen Defibrillator, der am SB-Service von Sparkasse und Volksbank an der Rheinfährstraße – für alle erreichbar – installiert wurde. „Ein Defi hilft bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung“, sagt sie, ersetze aber die Herz-Druck-Massage nicht. Die aber kann Leben retten, weil sie – ohne dass eine Mund-zu-Mund-Beatmung nötig wird – den Kreislauf in Gang hält und die Versorgung des Gehirns mit dem noch im Körper befindlichen Sauerstoff sicherstellt. Der reiche aus – bis Rettungskräfte vor Ort sind.

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Die Selbsthilfe-Initiative der Uedesheimer – zu der neben dem Stadtverordneten Stefan Crefeld und Martin Zellerhoff, dem leitenden Notarzt im Rhein-Kreis, noch Volker Göbel (Feuerwehrbeamter) und Melvin Spicker (Schwimmmeister) gehören – nämlich gerade damit ein Problem. Das Dorf ist weit weg von der Stadt und einer Rettungswache.

(-nau)