Nach zwei Corona-Jahren Optimismus in der Jugendherberge

Uedesheim · Für das neue Jahr hofft man in der Jugendherberge Uedesheim vor allem auf eines: Normalität. Nach zwei harten Pandemie-Jahren stabilisierte sich der Herbergsbetrieb 2022 erstmals wieder, auch aufgrund von Familienangeboten.

Die Herbergseltern Anton und Maria Krüger leiten gemeinsam die Jugendherberge Uedesheim.

Die Herbergseltern Anton und Maria Krüger leiten gemeinsam die Jugendherberge Uedesheim.

Foto: Andreas Woitschützke

Seifenkistenfahren, Bogenschießen oder Klettern: Bei der Ferienfreizeit „Versuch schafft Wissen“ machen all diese Angebote nicht nur Spaß, sondern sind gleichzeitig anschauliche wissenschaftliche Experimente. Die Freizeit wird als Angebot des Reiseunternehmens „Tranzparenz“ seit einigen Jahren in der Jugendherberge Uedesheim ausgerichtet und ist dort gut besucht. Auch im Ferienprogramm für 2023, in dem das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) jährlich über die Angebote der Jugendherbergen informiert, ist die familiär geführte Herberge in Uedesheim nun wieder ganz vorn mit dabei. Die Freizeit sei besonders bei Jungen beliebt, berichtet Maria Krüger, die die Herberge mit ihrem Mann Anton Krüger leitet. „Im vergangenen Herbst haben aber auch fünf Mädchen das Programm besucht.“ Das Highlight der Freizeit sei für viele der Kinder das Seifenkistenbauen und die Holzwerkstatt.

Das Jahr 2022 war für die Herbergseltern ein sich langsam Normalisierendes, erklärt Maria Krüger. „Vor allem diese Corona-Auszeiten für Familien haben da einen großen Teil von ausgemacht, mit dem wir an anderer Stelle einiges kompensieren konnten.“ Die Corona-Auszeiten waren ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das sich an Familien mit mittlerem und niedrigem Einkommen oder mit Angehörigen mit einer Behinderung richtete. Familien, die die Voraussetzungen erfüllten, konnten im Rahmen des Programms 2021 und 2022 je ein Mal eine staatlich geförderte Reise in eine gemeinnützige Unterkunft oder Familienferienstätte unternehmen. Dabei übernahm der Bund 90 Prozent der Kosten. „Es waren viele Familien bei uns, die wirklich sehr unter Corona gelitten haben und total dankbar für die Begegnungen und das Programm waren“, erzählt die Herbergsmutter.

Hinsichtlich der Klassenfahrt-Buchungen sei das vergangene Jahr in Uedesheim ein verhältnismäßig normales gewesen, so Krüger. Probleme gebe es eher an den Wochenenden, da die dann stattfindenden Sport- und Freizeitveranstaltungen coronabedingt häufig nur eingeschränkt oder überhaupt nicht stattfinden konnten.

Einen wichtigen Faktor im Durchhaltevermögen der Jugendherberge Uedesheim spielen sicher die Herbergseltern selbst. Das beobachtet auch Stefan Crefeld, Vorsitzender des Förder- und Unterstützervereins der Jugendherberge: „Ohne Maria und Anton Krüger würde die Jugendherberge so nicht laufen. Sie sind der Motor, der Dreh- und Angelpunkt.“ Genaue Zahlen für das Jahr 2022 liegen noch nicht vor, dennoch sei eine positive Entwicklung nach den harten Corona-Jahren 2020 und 2021 erkennbar. „Wir können noch nicht abschätzen, ob das trotz Inflation so weiter geht“, räumt Crefeld ein, „aber die Krisenfestigkeit der Jugendherberge hat sich in meinen Augen bereits eindeutig gezeigt.“ Im neuen Jahr beschränkt sich die Sorge der Herbergseltern weiter vorwiegend auf das Sorgenkind Wochenendevents.

Dort warte man in vielen Fällen noch die Pandemie-Lage ab, insofern seien diese Veranstaltungen nur schwer planbar. Was Klassenfahrten betrifft, ist man optimistisch, die Vorbuchungen bewertet das Ehepaar Krüger als vielversprechend. Besondere Neuheiten plane man in der nahen Zukunft vorerst nicht, sondern konzentriere sich in erster Linie darauf, nach der Pandemie wieder Normalität herzustellen. Insgesamt ist die Bilanz der Jugendherberge Uedesheim eine vorsichtig positive: „Wir sind froh, dass wir das Jahr so gut herumgekriegt haben.“