Neuss: Übersicht über freie Flächen verlangt

Neuss : Übersicht über freie Flächen verlangt

SPD reagiert auf fehlende Industrieflächen, für FDP ein Ergebnis grüner Politik.

Der Stadt gehen die Industrieflächen aus. Für diese Entwicklung, die jetzt von der CDU-Mittelstandsvereinigung angesprochen wurde und der sich die Verwaltung durch Aktualisierung ihrer zehn Jahre alten Flächenpotenzialanalyse stellt, hat für Michael Fielenbach eine hausgemachte Ursache: Die künstliche Verknappung durch eine "grüne Politik" in der Stadt, die 2014 Flächen aus dem Entwurf des Flächennutzungsplanes herausgenommen hat. "Dass die CDU sich in Neuss nicht nur in dieser Frage zum Beiboot der Grünen gemacht hat, ist bedauerlich und beschämend zugleich", urteilt der FDP-Landtagskandidat und Parteichef.

Während die FDP nach Versäumnissen in der Vergangenheit sucht, will die SPD die Chancen der Zukunft ausloten. Mit einem an den Stadtrat gerichteten Antrag will sie die Verwaltung dazu anhalten, alle Flächenpotenziale aufzudecken. "Es darf keine Denkverbote geben", sagt der Fraktionsvorsitzende und Landtagskandidat Arno Jansen. Er will erreichen, dass die Verwaltung keine einzige Fläche von sich aus einer weiteren Untersuchung entzieht, sondern erwartet eher eine Bewertung im Detail. Wenn man eine Fläche nur unter Schwierigkeiten für Gewerbe und Industrie erschließen kann, könne das ja dargestellt werden, sagt Jansen. Eine solche Einschätzung aber sei kein Ersatz für eine politische Diskussion. Die Industrie- und Handelskammer hatte den gerade beschlossenen Landesentwicklungsplan mit dem Entwurf eines Flächennutzungsplans für die Stadt abgeglichen und einen "dramatischen Flächenverlust für gewerbliche Zwecke" festgestellt. Die Mittelstandsvereinigung, der dieses Ergebnis vorgestellt wurde, leitete daraus Forderungen an Verwaltung und Stadtrat ab. So soll ein Expertenteam beauftragt werden, weitere Flächen für Gewerbezwecke zu identifizieren.

Sollten in naher Zukunft keine ausreichenden Flächen für Wirtschaft und Arbeit entwickelt werden, befürchtet die SPD in der "wachsenden Stadt Neuss" mittelfristig Probleme auf dem Arbeitsmarkt und bei den Gewerbesteuereinnahmen. Dass ehemalige Industriegebiete zunehmend für Wohnraum erschlossen werden, sei gut für den Wohnungsmarkt, sagt Jansen, dürfe aber die wirtschaftliche Entwicklung nicht behindern.

(-nau)
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