1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Über den richtigen Umgang mit Werbung

Neuss : Über den richtigen Umgang mit Werbung

In der modernen Werbung werden Gewinnspiele immer wichtiger. Dabei werden persönliche Daten abgefragt, die aus dem umworbenen Interessenten einen "gläsernen Kunden" machen. Volksbank-Experten raten: Nicht zu viel von sich preisgeben.

Zugegeben, Werbung kann nerven. Aber im Kern ist Werbung, mit der jemand auf seine Ware oder Dienstleistungen aufmerksam macht, nichts Schlechtes. Im Gegenteil: Werbung ist nicht nur legal, sondern Werbung ist sogar ein sehr wichtiges Element unserer modernen Kommunikationsgesellschaft. Doch Vorsicht ist überall dort geboten, so warnen auch die Experten der Volksbank Düsseldorf Neuss, wo Werbung persönliche Daten abfragt und so aus dem umworbenen Interessenten und potenziellen Käufer vor allem einen gläsernen Kunden macht.

Die Volksbanker geben ein Beispiel: Gerade die E-Mail-Briefkästen von jungen Menschen werden ungefragt mit Werbung beschickt, darunter befinden sich oftmals Gewinnspiele. Einladungen zur Teilnahme kommen aber auch — dann meist für ältere Generationen — per Briefpost. Wer ein Iphone gewinnen möchte, der muss sich nur schnell registrieren lassen: Name, Wohnort, Alter und E-Mail-Adresse. So können bei einem Gewinnspiel schon einmal, so wissen die Volksbank-Berater, bis zu 20000 Datensätze zusammen kommen.

Die werden in eine Datenbank eingegeben. Mit seiner Unterschrift am Gewinnspiel hat der Teilnehmer der weiteren Verwendung seiner Daten zugestimmt und auch, dass er weitere Werbung erhalten möchte. Seine persönlichen Daten können nun weitergegeben und ausgewertet werden. Der Kunde ist zu kategorisieren und zu identifizieren — wichtig für alle, die ihre Zielgruppe — zum Beispiel nach Alter oder Wohnort sortiert — ganz speziell ansprechen wollen. So wird deutlich, wie viele Jugendliche in einem Bezirk leben, wie alt sie sind und mit welcher Werbung sie konkret angesprochen werden können.

Das Thema "Der gläserne Kunde" ist ein Baustein des Schulprojektes zur finanziellen Bildung, das derzeit kreisweit in sechs Schulen läuft, darunter vier Neusser Schulen: die Geschwister-Scholl-Schule, die Hauptschule an der Gnadentaler Allee, die Maximilian-Kolbe-Schule und die Förderschule am Wildpark. Die Volksbank Düsseldorf Neuss ist Sponsor des Projekts, das federführend und in Absprache mit weiteren Sozialverbänden vom Sozialdienst katholischer Männer (SKM) Neuss koordiniert wird. Begleitend zum Projekt, an dem aktuell 100 Schüler teilnehmen, präsentiert die Volksbank die Serie "Knete, Krisen, Kompetenzen" in der NGZ.

In den USA gehört die Verwertung anonymisierter Daten aus Suchmaschinen längst zum Alltag. Da geht es in Deutschland noch nicht ganz so weit. Aber auch hierzulande bekommen alle, die beispielsweise ein neues Handy kaufen wollen und über Google Informationen suchen, in den Bannern entsprechende Werbefotos und Werbelinks angezeigt. Unternehmen müssen sich schließlich überlegen, wie sie ihren Kunden etwas bieten können und daher Informationen über diese generieren, um sie mit zielgerichteter Werbung letztlich auch erfolgreich ansprechen zu können.

Fazit: Überall hinterlässt der Mensch als Interessent und Kunde Spuren. Daher müssen Jugendliche sensibilisiert werden, sagt die Volksbank Düsseldorf Neuss, wie zum Beispiel im Wahlpflichtkurs an Neusser Hauptschulen, der vom Sozialdienst Katholischer Männer Neuss ins Leben gerufen wurde. Es ist wichtig, selbst entscheiden zu können, was mit den eigenen Daten passiert, wie sie erfasst, ausgewertet und weiterverwendet werden. Volksbank-Chef Rainer Mellis rät zum bewussten Umgang: "Ein sorgsamer Umgang mit den persönlichen Daten ist hier das A und O."

(NGZ)