1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Udo Klopke – internationale Klasse aus Neuss

Neusser Kulturgarten : Udo Klopke – internationale Klasse aus Neuss

Das „Udo Klopke Akustik Trio“ gab ein Open-Air-Konzert. Die Musiker spielten auch ein Stück, das in der Corona-Zeit entstanden ist.

Die Bedingungen im Neusser Kulturgarten waren geradezu traumhaft für ein Open-Air-Konzert im Führring der Rennbahn. Ein warmer Sommerabend am bisher heißesten Tag des Jahres und ein überaus freundliches Serviceteam luden ein, und dennoch waren knapp 50 Besucher nur die Hälfte der unter Hygieneregeln möglichen doppelt so vielen Zuhörern.

Udo Klopke (m.) kam als Trio in den „Kulturgarten“. Foto: Königsburg

Die Neusser Band „Udo Klopke Akustik Trio“ war angesagt, und irgendwie fühlte man sich an den Spruch vom „Propheten im eigenen Lande“ erinnert. Vielleicht geht es aber vielen so wie Ulli Heiser, der die im vorigen Jahr erschienene CD „Make Me An Offer“ im Fachmagazin „RockTimes“ bespricht: „Das ist alles vom Feinsten und von einer musikalischen Qualität, die mitnichten auf einen Musiker aus Neuss schließen lässt. Nichts gegen Neuss, aber das hier hat internationale Klasse!“

Tatsächlich erreichte Udo Klopke, der in Rosellen wohnt, mit seinem letzten Album den ersten Platz als „Bestes Rockalbum 2019“. Die meisten Titel im Kulturgarten sind von dieser CD, nicht aber der Opener „Long Distance Runner“. Der Langstreckenläufer kommt als vitaler Einzelkämpfer daher, der weiche, fast sanfte Sound der Akustikgitarren hatte dennoch vollen und hellen Klang. Freunde des Fingerstyles kamen sogleich auf ihre Kosten. Der Sänger, Songwriter und Gitarrist Udo Klopke hat alle Songs geschrieben und trägt sie auch mit seiner faszinierenden Stimme, die stark an Phil Collins oder Steve Winwood erinnert, auch selbst vor.

Auch in der Wahl seiner Mitmusiker hat Udo Klopke eine geschickte Hand: Markus Bender spielt Bass-Ukulele. Erst seit einem guten Jahrzehnt ergänzt dieses Instrument die Bassfamilie, und wer dem kleinen Corpus der Bass-Ukelele nicht viel zutraute, der glaubte, nicht richtig zu hören, als Markus Bender in zwei, drei Soloimprovisationen wie in „Soul“ mit enormem Tiefendruck einen erstaunlich erwachsenen Basston präsentierte. Das Trio vervollständigte Jan Wienstroer (Drums), der ein abwechslungsreiches rhythmisches Fundament beisteuerte.

Udo Klopke kontaktierte sympathisch das im weiten Rund sitzende Publikum und gab einiges über die Entstehung seiner intelligenten Songs preis. „Hey, Hey, Hey“ erzählt von der chaotischen Anreise zu einem Konzert, von fehlenden Instrumenten, verpasstem Soundcheck und verspätetem Beginn. Der einzige deutschsprachige Titel – für endlich „Deutsch“ gab es viel Beifall - „Es wird weitergehen“ ist in der Pandemie entstanden: „Niemand weiß, wohin es geht oder wie der Wind sich dreht: Doch es wird weitergehen!“