Neuss: Trump-Ära: Unternehmen zuversichtlich

Neuss : Trump-Ära: Unternehmen zuversichtlich

Unternehmen in der Region rechnen laut IHK-Umfrage nicht mit starkem Einbruch ihrer US-Geschäfte.

Seit gestern ist Donald Trump offiziell als 45. Präsident der USA im Amt. Auch die Unternehmen aus der Region blicken mit Spannung auf die Amtszeit des neuen Chefs im Weißen Haus: Für die auslandsaktiven Industrieunternehmen in der Region Mittlerer Niederrhein sind die USA ein bedeutender Export- und wichtiger Zukunftsmarkt. Rund 125 amerikanische Unternehmen haben einen Standort in der Region - darunter zum Beispiel 3M, UPS, Johnson & Johnson und Goodrich. Die Mehrheit der Außenhandelsunternehmen am Mittleren Niederrhein sieht der neuen US-Regierung jedoch gelassen entgegen und erwartet keine gravierenden Folgen für ihr Geschäft. Das teilte die Industrie- und Handelskammer (IHK) jetzt mit.

Als Grundlage dient das Ergebnis einer repräsentativen Befragung bei gut 200 Exportunternehmen aus der Region, die von der IHK durchgeführt wurde. "Die Exportunternehmen am Mittleren Niederrhein gehen davon aus, dass der negative Einfluss der neuen US-Präsidentschaft auf ihre Geschäfte gering sein wird", erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. "Die Vereinigten Staaten sind ein wichtiger Partner für die Betriebe der Region. Deswegen war es uns wichtig, einschätzen zu können, welchen Effekt die Unternehmen am Niederrhein durch die neue US-Regierung auf ihre Geschäfte und damit auf die Konjunktur hierzulande erwarten."

63 Prozent der Exportbetriebe gaben an, direkt oder indirekt über Kunden-Lieferanten-Beziehungen mit den USA verbunden zu sein. 35 Prozent gehen nicht davon aus, dass die neue US-Regierung einen negativen Einfluss auf ihre Geschäfte in den Vereinigten Staaten hätte. 12,5 Prozent der Exportbetriebe befürchten, dass ihre Geschäfte leicht zurückgehen. Zudem prognostizieren 0,6 Prozent einen starken Rückgang der Geschäfte. 8,5 Prozent rechnen mit Einbußen, weil sie von Exportverlusten ihrer Kunden, die mit den USA verbunden sind, ausgehen. Insgesamt befürchtet damit mehr als jedes fünfte Exportunternehmen Umsatzeinbußen aufgrund der erwarteten Wirtschaftspolitik der Trump-Administration. "Allerdings gibt es auch einen Anteil an Optimisten von sieben Prozent der exportierenden Betriebe, der davon ausgeht, dass sich die eigenen US-Exporte durch die neue Präsidentschaft steigern könnten", erklärt Steinmetz. "Die Zahlen zeigen, dass der Einfluss der neuen US-Regierung auf die Konjunktur hierzulande nach der derzeitigen Einschätzung der Unternehmen nicht übermäßig groß werden dürfte."

Dennoch werde die Trump-Administration als Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung gesehen. Je nach Branche fallen die Bewertungen unterschiedlich aus. In der Industrie ist der Anteil der Optimisten sehr hoch, die Großhändler sind zurückhaltender.

(abu)
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