Trauermesse für Libet Werhahn-Adenauer im Quirinusmünster Neuss

Trauermesse im Quirinusmünster : Neuss trauert um Libet Werhahn-Adenauer

Die Menge der Trauergäste beim Requiem für Libet Werhahn-Adenauer im Quirinusmünster ist ein Indiz dafür, was die Stadt verloren hat. Kaum ein Platz in der großen Kirche blieb frei, als es darum ging, Abschied zu nehmen von einem Menschen, der jeden beeindruckte, der ihn zu Lebzeiten kennengelernt hat.

So war in den Gesichtern viel von der Trauer zu lesen, gleichgültig, ob sie zu Politikern wie Herbert Napp (Alt-Bürgermeister) und Reiner Breuer (amtierender Bürgermeister), Weggefährten wie Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff und Annette Schavan oder Nachbarn, Freunden und Familie gehörten.

Der amtierende Prior-Administrator Pater Andreas Werner der Benediktinerabtei Maria Laach war angereist, um die Trauermesse zusammen mit Pfarrvikar Franz Werhahn (Eller-Lierenfeld/Düsseldorf) zu halten. Maria Laach war 1933 für ein Jahr der Zufluchtsort der vor den Nazis fliehenden Mitglieder der Familie Konrad Adenauers – eine Zeit der Ausgrenzung, die Tochter Libet nie vergessen habe, wie Franz Werhahn in seiner Predigt sagte. Letzten Endes aber habe gerade diese Erfahrung auch zu ihrer Hinwendung zu den Menschen geführt, zu ihrem politisch-sozialen Denken, wie die Familie es in dem Totenbrief formulierte.

Libet Werhahn-Adenauer wurde auf dem Hauptfriedhof beigesetzt. Foto: Woitschuetzke,Andreas (woi)

Fünf Kinder hat das Ehepaar Werhahn großgezogen, mittlerweile gehören 17 Enkel und 14 Urenkel zu der Familie, die die am vergangenen Wochenende gestorbene Mutter, Großmutter und Urgroßmutter neben ihrem vor zwei Jahren gestorbenen Ehemann auf dem Hauptfriedhof beisetzte. Kränze und Beileidsbekundungen gab es auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und dem früheren Bundestagspräsidenten Norbert Lammert.

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