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Neuss: Trauergottesdienst für Opfer der Bluttat

Neuss : Trauergottesdienst für Opfer der Bluttat

Die Trauer über das Familiendrama in der Nordstadt hält an. Immer noch legen Menschen Blumen an der Kaarster Straße ab, vor dem Haus, in dem am Montag die tödlichen Schüsse auf Saskia Sänger und ihre zwei kleinen Kinder fielen. Diese Trauer zu bewältigen, dabei wollen die Kirchen in der Nordstadt helfen.

"Wir planen am kommenden Freitag einen Gedenkgottesdienst", sagt Pfarrerin Anke Krughöfer von der evangelischen Gemeinde, die gemeinsam mit dem katholischen Pfarrer des Seelsorgebezirk Nord, Pastor Hans-Günther Korr, um 18 Uhr in die Kirche St. Josef einlädt.

Unterdessen ermittelt die Mordkommission "Kaarster Straße" weiter — obwohl den Behörden klare Hinweise darauf vorliegen, dass sich Fallah Sänger, der dringend tatverdächtige Vater und Ehemann der Opfer, in seine Heimatstadt Kirkuk abgesetzt hat. Noch gebe es objektive Fakten zur Tat und zu den Tatumständen zu ermitteln, erklärte Staatsanwalt Christoph Kumpa.

Unter anderem ist die Tatwaffe bisher noch nicht gefunden worden. In dem Gesamtkontext sind kriminaltechnische aber auch rechtsmedizinische Untersuchungen vonnöten. Sollten alle Punkte abgearbeitet sein und sich keine neuen Gesichtspunkte ergeben, werde die eigens eingerichtete Mordkommission sukzessive verkleinert, kündigte Kumpa an.

Die Angehörigen bereiten inzwischen die Beerdigung der drei Getöteten vor. Ein finanzieller Kraftakt für sie, denn in der Familie der Opfer selbst ist kein Geld vorhanden. Der geflohene Tatverdächtige soll Schulden im fünfstelligen Bereich gemacht haben.

So wird die Beisetzung von gleich drei Opfern in Raten bezahlt werden müssen. Sollten sich die Kosten für eine Überführung der Toten nach Berlin bewältigen lassen, würde der Vater der getöteten Saskia Sänger diese gerne in Teltow beisetzen — neben ihrer leiblichen Mutter.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rund 500 Menschen nehmen an Trauermarsch teil

(NGZ/ac)