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Neuss: Trauer statt Triumph

Neuss : Trauer statt Triumph

Viva España! Die Fans waren bereit zur Megaparty, doch sie fiel aus. Die Fiesta feierten die Spanier, die den 1:0-Finalerfolg ihrer Mannschaft in Wien über Deutschland auch in Neuss bejubelten. Polizei hatte alles im Griff.

Viva España! Die Fans waren bereit zur Megaparty, doch sie fiel aus. Die Fiesta feierten die Spanier, die den 1:0-Finalerfolg ihrer Mannschaft in Wien über Deutschland auch in Neuss bejubelten. Polizei hatte alles im Griff.

Neuss Zum Schluss hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. Fans im Deutschland-Trikot sangen "Viva España!" und zeigten sich als faire Verlierer nach der 0:1-Niederlage der deutschen Elf gegen Spanien. Polizeisprecher Hans Willi Arnold atmete um 23.15 Uhr durch: "Super, bisher ist alles völlig unaufgeregt."

Dieses EM-Finale war ein Straßenfeger. Während das Spiel in Wien lief, gehörten den wenigen Taxen die Innenstadt fast allein. "Alle sind beschäftigt", sagt der Marokkaner am Steuer, "hoffentlich haben sie etwas zu feiern, wenn sie wieder auf die Straße kommen."

Hatten sie nicht. Die große Jubelarie blieb nach der Niederlage aus. Der nächste Anlauf auf den ersten großen Titel seit 1996 (Europameister in England) folgt in zwei Jahren, dann wird in Südafrika der Weltmeister ausgespielt. Gleichwohl wurde zu später Stunde rund um den Markt auch auf den Vize-Europameister kräftig angestoßen.

Schon früh pilgerten die Fans am Sonntag Nachmittag in die City, wo in und vor den Kneipen "Vorglühen" angesagt war. Als sich dann um 18 Uhr die Tore zum RWE-Fußballsommer zum letzten Mal öffneten, strömten 8000 zumeist jugendliche Besucher in die Freiluft-Arena.

Noch vor dem Anpfiff wurden die Tore geschlossen: Ausverkauft! Rekord! Der Frust hielt sich in Grenzen. Wer es nicht mehr auf das Gelände schaffte, der suchte sich einen Fernsehplatz in den Gaststätten der Nachbarschaft. Der Markt war proppevoll.

Derweil inszenierten die in Schwarz, Rot und Gold gewandeten Massen vor der Leinwand die größten Jubelszenen des Abends - noch ehe der erste Pass gespielt war. Später hatten sie nur noch selten Anlass zu jubeln . . .

André Scheidt aus der Redaktion des Lokalradios NE-WS 89.4 moderierte die ausgelassene Feier, während Da Capo-Wirt Michael Erb mit einem breiten Lächeln und freundlichem Blick auf das Fahnenmeer seine ganz persönliches Fazit der dreiwöchigen EM-Dauerparty zog: "Ich bin zufrieden ..."

Zufriedenheit strahlten die Gastgeber aus. "Wir haben ein unbeschwertes Fest erlebt", resümierte Ulrich Gross, Geschäftsführer beim Sponsor Neuss-Düsseldorfer Häfen, der in Neuss zum zweiten Mal nach 2006 ein kollektives Fußball-Erlebnis (mit-)ermöglicht hatte. Es herrschte Freude pur, auch wenn die Titelparty erneut vertagt wurde ...

(NGZ)