Tour de Furth 2018 - mit dem Initiativkreis auf Entdecker-Tour in Neuss

10. Tour de Furth in Neuss : Auf Entdeckungstour in der Nordstadt

Die 10. Tour de Furth des Initiativkreises führt zu denkmalgeschützten Gebäuden. Bei der anschließenden Mobilen NGZ-Redaktion dominieren gute Nachrichten: Der S-Bahn-Haltepunkt an der Morgensternsheide ist zum Greifen nahe.

Positive Nachrichten überwiegen bei der 10. Tour de Furth des Initiativkreises, die wiederum in einer Mobilen NGZ-Redaktion im Pfarrheim Heilig Geist mündet. Die Regiobahn wird demnächst an der Morgensternsheide halten. Zumindest sieht Roland Sperling „Licht am Horizont“, denn bereits in zwei Jahren könnte ein – wenn auch zunächst provisorischer – Haltepunkt eingerichtet werden. Niemand widersprach dem Vorsitzenden der Ratsfraktion Die Linke. Damit scheint ein langer Kampf ein gutes Ende zu erhalten. Seit 15 Jahren fordern Bürger, dass die Regiobahn auch in der Nordstadt hält, seit 15 Jahren setzt sich CDU-Stadtverordnete Anne Holt für den Haltepunkt ein. Auch sie sieht jetzt das Ziel. Der politische Wille sei fraktionsübergreifend vorhanden, jetzt müsste darauf geachtet werden, dass die Stadtverwaltung auch die entsprechenden Anträge bei den Gremien der Regiobahn einreiche.

Neben dem Haltepunkt für die Regiobahn ließen weitere Ankündigungen aufhorchen. Alt-Landrat Dieter Patt brachte die frohe Kunde mit, dass die Pfarrgemeinde Christ König seiner Anregung folgen werde und künftig der Friedensengel, geschaffen vom Künstler Hein Minkenberg, auf der Kirche am Berliner Platz bei abendlicher Dunkelheit anstrahlen werde. Für diese Nachricht gab es viel Beifall der mehr als 50 Teilnehmer. Auch die Aufforstungen im Jostensbusch wurden gelobt. Doch neben viel Dank und Anerkennung aus dem Auditorium nahmen die anwesenden Stadtverordneten – neben Sperling und Holt noch die CDU-Ratsfrau Monika Mertens-Marl sowie deren Fraktionskollegen Joachim Goerdt und Sebastian Rosen – auch noch eine Wunschliste der Nordstädter mit. Hohe Priorität besitzt die Forderung, dass von der Fabrik Bauer & Schaurte, die so lange das Leben auf der Furth geprägt habe, im Stadtbild einige Belege erhalten bleiben. In einem leidenschaftlichen Plädoyer appellierte Peter Dieter Schnitzler vom Initiativkreis an die Politiker, die Fassade des Verwaltungsgebäudes an der Further Straße ebenso zu erhalten wie eine Halle auf dem Gelände. Die könne als Markthalle, Restaurant-Café oder als Museum für die stadthistorische Sammlung des Clemens-Sels-Museums genutzt werden. Schnitzler konnte in der Überzeugung den Heimweg antreten, dass die Further Bürger seine Meinung teilen und seine Forderung unterstützen.

Schriftsteller Dieter Wellershoff wohnte als Kind hier. Foto: Ludger Baten

Auch die 10. Tour de Furth klang mit einer Mobilen NGZ-Redaktion aus. 75 Minuten lang diskutierten die Teilnehmer mit Vertretern aus der Politik – intensiv, konstruktiv und ergebnisorientiert. Dass die Nordstadt ein spannender, in weiten Teilen auch schöner Stadtteil ist, wurde bei der Radtour deutlich, die immer wieder vor denkmalgeschützten Gebäuden Stopp machte, aber auch interessante Details ins Bewusstsein holte, die es am Wegesrand zu entdecken gab. An der Burgunder Straße, im Haus Nummer 2, wohnte der große deutsche Schriftsteller Dieter Wellershoff bis zu seinem vierten Lebensjahr. An der Annostraße war der von Marcel Reich-Ranicki hoch geschätzte Lyriker Peter Maiwald viele Jahre zu Hause. Nachzulesen in seinem Gedichtband „Die Kinder von der Annostraße“. Schon stand die Idee im Raum, die beiden großen deutschen Schriftsteller mit einer Plakette an ihren Neusser Wohnhäusern zu ehren.

Die Platanen-Allee am Nordpark, eine der schönsten Alleen in Neuss. Foto: Ludger Baten
Die 10. Tour de Furth führt jetzt auch zum Schulgebäude an der Annostraße. Es wird heute vom Marie-Curie-Gymnasium genutzt, früher war dort die evangelische Paul-Gerhard-Schule untergebracht. Foto: Ludger Baten

Die von Gottfried Scheulen, Vorsitzender des Arbeitskreises Geschichte im Initiativkreis, geleitete Tour, wurde angereichert durch Anekdoten, die vor allem Dieter Patt beisteuerte. Der Alt-Landrat stammt selbst aus den Kolpingviertel und berichtete als Zeitzeuge.

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