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Toter Obdachloser in Neuss: Große Anteilnahme

Anteilnahme nach Tod von Obdachlosem in Neuss : „Eine absolute Katastrophe“

In Neuss herrscht große Anteilnahme nach dem Fund eines toten Obdachlosen. Menschen stellten Kerzen auf und legten Blumen ab. Der Kommunale Service- und Ordnungsdienst (KSOD) wird den Bereich nun verstärkt bestreifen.

Aus dem Tat- ist ein Trauerort geworden. Als Zeichen ihrer Anteilnahme haben Menschen Blumen und Kerzen vor jenem provisorischen Nachtlager platziert, in dem ein 31-Jahre alter Obdachloser am vergangenen Freitag leblos aufgefunden wurde. Wie die Polizei und die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft noch am Abend mitteilten, kann ein Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden. Hintergrund ist die festgestellte Verletzung des Mannes, auf die bislang noch nicht näher eingegangen wurde.

Gefunden wurde der junge Mann im Bereich Karl-Arnold-Straße/Wingender Straße, also nur unweit des Neusser Hauptbahnhofs. Der Kommunale Service- und Ordnungsdienst (KSOD) wird den Bereich nun verstärkt bestreifen, wie die Stadt am Montag auf Nachfrage mitteilte.

Die Hintergründe der mutmaßlichen Gewalttat sind derzeit noch völlig offen. „Dass in der Obdachlosen-Szene darüber gesprochen wird, ist klar. Es ist ein Fall, der vor allem auch Menschen betroffen macht, die unter ähnlichen Umständen leben“, sagt ein Mitarbeiter einer sozialen Einrichtung, der namentlich nicht genannt werden möchte, das Opfer nach eigenen Angaben jedoch gekannt hat. „Ich habe ihn regelmäßig gesehen, er hat eine tragische Geschichte hinter sich“, sagt er. Das Nachtlager, in dem der 31-Jährige am Freitag tot aufgefunden wurde, sei zwar bekannt gewesen, er habe seine Schlafplätze aber auch mal gewechselt.

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Einer, der sich in Neuss für die Ärmsten der Armen engagiert, ist der Mediziner Dirk Stenmanns, der regelmäßig Obdachlose medizinisch betreut. „Dass so etwas passiert, ist eine absolute Katastrophe“, sagt er. Dass sich Menschen an Obdachlosen vergreifen, komme mit Blick auf andere Städte „leider immer wieder vor – nichts in der Welt kann so etwas rechtfertigen“, sagt Stenmann.

Die Polizei, die am Freitag stundenlang den betroffenen Bereich absuchte und Spuren sicherte, bittet weiterhin dringend um Zeugenhinweise von Personen, die verdächtige Beobachtungen im Bereich „Verschiebebahnhof“ gemacht haben oder sonstige Informationen mit Bezug zur Tat geben können. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02131 3000 entgegen.

(jasi)