1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss/Dormagen: Toter an A 46: Dormagener festgenommen

Neuss/Dormagen : Toter an A 46: Dormagener festgenommen

Nach dem gewaltsamen Tod eines 57 Jahre alten Mannes aus Neuss ist der mutmaßliche Täter gefasst. Ein 29 Jahre alter Familienvater aus Dormagen soll den Neusser vermutlich erwürgt und seine Leiche an der Autobahn verscharrt haben.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekannt gaben, wollte der verschuldete Dormagener, der als Autoverkäufer in einem großen Neusser Autohaus arbeitet, mit der Tat eine Unterschlagung vertuschen. Der Tatverdächtige, der am Dienstag festgenommen wurde, habe die Tat "weitestgehend" gestanden, die Staatsanwaltschaft wird ihn wegen Mordes anklagen.

Die Lösung des Falls löste bei der Pressekonferenz ein großes Medieninteresse aus. In den Wochen zuvor hatte es so ausgesehen, als würde die Mordkommission "Gebüsch" im Dunkeln tappen. Der Autokauf des Opfers brachte die Ermittler letztlich auf die richtige Spur. Durch Bekannte des zurückgezogen in der Nordstadt lebenden 57-Jährigen wussten sie, wo er sich den neuen Dacia zulegen wollte.

In dem "Neusser Autohaus", so Kriminaloberkommissar Markus Dreisewerd, richtete sich der Tatverdacht gegen den Autoverkäufer. Er wurde am Dienstag zur Vernehmung geladen, wo er angesichts der Beweislage, so Dreisewerd, die Tat "weitestgehend" gestand. Als das spätere Opfer die Anzahlung in Höhe von 9500 Euro für den rund 20.000 Euro teuren Neuwagen in bar ablieferte, soll der Verkäufer das Geld in die eigene Tasche gesteckt haben. Dreisewerd: "Er hoffte wohl, bis zur Auslieferung des Fahrzeuges das Geld wieder beibringen zu können."

  • Karin Schwanfelder vom Rhein-Clean-Up Dormagen Zons.
    Müll um den Silbersee : Rhein-Clean-Up Dormagen hilft jetzt in Neuss
  • Bleibt die Inzidenz stabil darf die
    Neue Coronaschutzverordnung : Diese Regeln gelten ab dem 3. April im Rhein-Kreis
  • Alexander Senden traf fünfmal gegen Großwallstadt.
    2. Handball-Bundesliga : Bayer Dormagen in Großwallstadt chancenlos

Seine Kreditwünsche an Banken wurden jedoch abgelehnt. Deshalb verzögerte der Festgenommene über Wochen die Auslieferung des Autos. Als der krebskranke Autokäufer Mitte Januar endlich die Abwicklung des Geschäftes und die Herausgabe des Fahrzeuges forderte, kam es zum Streit. In deren Verlauf muss der Verkäufer, so die Schilderung der Polizei, seinen Kunden in der Nähe des Autohauses "durch Gewalt gegen den Hals", so der Oberkommissar, getötet haben. Weil er offenbar nicht wusste, wie er die Leiche verschwinden lassen sollte, habe er sie "an verschiedenen Orten zwischengelagert".

Das gesuchte Fahrzeug des Toten wollte der Festgenommene über einen Bekannten in Dortmund verkaufen lassen. Der Verkauf aber scheiterte an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Der Bekannte stellte den Ford Focus daraufhin in der Nähe des Dortmunder Hauptbahnhofs ab.

Der Chef des Autoverkäufers reagierte am Donnerstag geschockt: "Wir sind völlig überrascht, haben nichts geahnt." Bar-Anzahlungen in der Größenordnung, wie das spätere Opfer geleistet habe, seien "nicht unüblich".

(NGZ)