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Tipps der Polizei im Rhein-Kreis Neuss gegen Einbrecher

Tipps der Polizei im Rhein-Kreis Neuss : Die richtige Taktik gegen Einbrecher

Von der Alarmanlagen-Installation bis zur Gestaltung des Grundstücks: Mit diesen Polizei-Tipps kann man ungebetene Gäste fernhalten.

Um in ein Gebäude einzudringen, brauchen Einbrecher oft nur wenige Sekunden. Mit brachialer Gewalt hebeln sie Fenster oder Türen auf, und dann geht es in die Wohnräume. Kriminalhauptkommissar Uwe Wagensonner weiß, dass vor allem das verlorene Sicherheitsgefühl viele Opfer noch lange nach einem Einbruch beschäftigt. Denn es ist nicht nur der Verlust von Wertgegenständen, der schmerzt, sondern das Wissen, das jemand in die unmittelbare Privatsphäre eingedrungen ist. „Das wirkt oft noch lange nach“, sagt Wagensonner. Doch es gibt immer mehr technische Vorrichtungen, die es Einbrechern erschweren, in ein Gebäude einzudringen. Die Kreispolizei gibt Tipps, worauf Bürger beim Thema Einbruchschutz achten sollten.

Verhalten Nichts wirkt auf Einbrecher so verlockend, wie ein verlassenes und nur schwach gesichertes Gebäude. Die Mehrzahl aller Einbrüche wird laut Polizei nicht von „Profis“ verübt, die ein Objekt zuvor über Tage ausspähen, sondern von Gelegenheitstätern, die mit einfachen Hebelwerkzeugen Fenster und Türen aufbrechen. Daher gilt: Wer sein Haus verlässt, sollte die Tür nie einfach nur zuziehen, sondern in jedem Fall abschließen. Fenster, Balkon- und Terrassentüren sollten ebenfalls geschlossen werden. Die Polizei warnt: „Gekippte Fenster sind offene Fenster!“ Und ein Schlüssel sollte niemals draußen vor der Tür versteckt werden. Einbrecher finden in der Regel jedes Versteck.

Grundstück Die Gestaltung eines Grundstücks kann sich darauf auswirken, ob ein Einbrecher sich beobachtet fühlt und das Gelände eher meidet. Hecken und Sträucher bieten schließlich auch möglichen Tätern eine Art Sichtschutz. Dichte Bepflanzungen am Haus, insbesondere an sogenannten einbruchgefährdeten Stellen, sollten daher vermieden werden. Zudem rät Wagensonner, Mülltonnen, Gartenmöbel oder Leitern wegzuschließen, da sie Einbrechern sonst als Aufstiegshilfe auf einen Balkon oder ähnliches dienen könnten. Eine Außenbeleuchtung – zum Beispiel Bewegungsmelder – kann zudem abschreckend wirken. Die technische Sicherung des Gebäudes ersetzt sie allerdings nicht.

Türen und Fenster Haus- und Wohnungstüren sollten in jedem Fall einbruchhemmend sein. Wichtig ist, dass es in der gesamten Türkonstruktion keinen Schwachpunkt gibt, das schließt Türblatt, Zarge, Schloss, Beschlag, Zusatzriegel und Hintergreifhaken ein. Uwe Wagensonner rät, beim Einbau einbruchhemmender Türen darauf zu achten, dass diese der sogenannten Widerstandsklasse (RC) 2 entsprechen. „Das bietet schon einen ganz guten Schutz“, sagt er. Auch Fenster sollten einbruchhemmend sein und der Widerstandsklasse (RC) 2 entsprechen.

Übersicht Einen Überblick zu technischen Sicherungen gibt es unter www.k-einbruch.de/sicherheitstipps. Natürlich gilt: Die Montage sollte durch eine Fachfirma erfolgen. Die Polizei in NRW bietet ein Adressverzeichnis von Unternehmen an, die erforderliche formelle, personelle und fachliche Voraussetzungen erfüllen. Die Errichterliste gibt es unter www.polizei.nrw/wohnungseinbruch. Auch Kellertüren und Kellerfenster beziehungsweise Lichtschächte sollten geschützt werden, letztere zum Beispiel durch einbruchhemmende Gitterroste.


Alarmanlagen
Technische Sicherungen sind der erste wichtige Schritt, um Einbrecher draußen zu halten. Knapp die Hälfte der 146 Wohnungseinbrüche beziehungsweise Einbruchversuche, die es im ersten Halbjahr 2019 in Neuss gab, blieb im Versuchsstadium stecken. Denn Einbrecher haben eines in der Regel nicht: Zeit. Kommen sie nicht schnell in ein Gebäude und machen auch noch Krach dabei, machen sie sich häufig aus dem Staub. Eine Ergänzung zu den technischen Sicherungsmaßnahmen bieten Alarmanlagen. Welche Maßnahmen ergriffen werden, ist nicht nur eine Kostenfrage. „Es gilt, die Maßnahmen sinnvoll aufeinander abzustimmen“, sagt Wagensonner. Zu bedenken ist zudem: Eine Videoüberwachung zum Beispiel mag Täter abschrecken; wirkungsvoll einen Einbruch zu verhindern vermag sie allein allerdings nicht.

Smart Home Auf diesem Feld gibt es die größten Entwicklungen. Vor allem macht es für Einbrecher schwerer ersichtlich, ob jemand zu Hause ist oder nicht – schließlich können Licht & Co. bequem vom Smartphone aus ein- und ausgeschaltet werden. Das bietet sich zum Beispiel an, wenn jemand im Urlaub ist. So kann der Anschein erweckt werden, dass jemand daheim und das Haus oder die Wohnung nicht vorübergehend verwaist ist. Das lässt sich unter dem Schlagwort „Anwesenheitssimulation“ zusammenfassen.

Beratung Die Kreispolizei bietet eine individuelle Beratung für Bürger an, die ihre Gebäude mit technischem Einbruchschutz ausstatten möchten – ganz gleich ob Neubau oder Bestand. Termine hierzu können unter der Telefonnummer 02131 3000 vereinbart werden. Wichtig ist, dass die Maßnahmen sinnvoll abgestimmt und auf die Gegebenheiten der jeweiligen Immobilie angepasst sind.

Fördermittel Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert Maßnahmen zum Einbruchschutz. Dabei gilt es jedoch einige Formalitäten zu beachten – zum Beispiel muss der Antrag vor Beginn des Vorhabens gestellt werden, mit der Maßnahme kann erst nach Rückmeldung der KfW begonnen werden. Mehr zu den Fördermöglichkeiten und -bedingungen gibt es unter www.kfw.de im Internet.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So sichern Sie ihre Wohnung vor Einbrechern