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Tiertafel Neuss: Mehr bedürftige Tierhalter, aber weniger Spender

Tiertafel Neuss : Mehr bedürftige Tierhalter, aber weniger Spender

Es ist eine Entwicklung, die den Verantwortlichen Sorgen bereitet: Die Zahl der Bedürftigen, die das Angebot der Neusser Tiertafel nutzen, hat in den vergangenen Monaten, auch bedingt durch die Corona-Pandemie, zugenommen.

„Allerdings ist gleichzeitig die Zahl der Spender zurückgegangen“, sagt die Vereinsvorsitzende Brigitte Lorbach. Man sei regelrecht „gebeutelt“ von der Krise. Und das gleich mehrfach: Denn während des Lockdowns hatten sie und ihr Team nicht die Möglichkeit, an Orten wie Schloss Dyck und dem Kinderbauernhof in Selikum für ihre Tiertafel zu werben. „Hinzukam, dass durch die Baustelle an der Bergheimer Straße ein Baucontainer direkt vor unserem Laden stand“, sagt Schatzmeisterin Sylvia Braschke. Zudem war die Ausgabe zeitweise nur vor dem Ladenlokal möglich. Seit Oktober sind die Öffnungszeiten an den Ausgabe-Tagen (11 bis 15.30 Uhr) zwar wieder regulär, das Problem fehlender Spenden besteht jedoch weiterhin.

Das Konzept des Vereins: Jeden ersten und dritten Samstag im Monat werden Spendenausgaben angeboten. Vor allem Futter, aber auch allerhand Utensilien wie Spielzeug, Körbe oder Leinen und Co. Aufgesucht werden die Räumlichkeiten von bedürftigen Menschen mit Tieren. Mit dem Angebot soll es ihnen möglich sein, ihre Vierbeiner trotz eingeschränkter finanzieller Mittel artgerecht zu ernähren. „So müssen die Tiere nicht ins Heim gegeben werden“, sagt die Vorsitzende, die betont, welche enge Bindung vor allem auch ältere Menschen zu ihren Tieren pflegen.

Zwar sei die Gesamt-Zahl der Kunden, die das Angebot nutzen, laut der zweiten Vorsitzenden Tatjana Paulin, nicht eindeutig zu beziffern, es werde jedoch „gut angenommen“. Darum versuchen die Ehrenamtler, ihr Angebot kontinuierlichen auszubauen. Zum Beispiel soll die mobile Ausgabe – etwa für Senioren, die nicht gut zu Fuß sind – ausgebaut werden. Darüber hinaus laufen aktuell die Planungen, eine zweite Ausgabe-Stelle in Neuss zu eröffnen – und zwar in der neuen Dependance der Offenen Tür (OT) Barbaraviertel an der Düssdeldorfer Straße. Im November soll es dort losgehen. Die Standort-Auswahl erfolgt keineswegs zufällig: „Es ist für bedürftige Menschen aus dem Barbaraviertel zu teuer, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu uns an die Bergheimer Straße zu kommen“, sagt Brigitte Lorbach.

Interessant: 90 Prozent der Spenden stammen aus Privathaushalten. Der Rest komme von Unternehmen. „Doch dort ist die Bereitschaft zu spenden wegen Corona zurückgegangen“, stellt Lorbach fest.

Info Wer Spenden möchte oder andere Informationen über das Angebot bekommen möchte, kann die Nummer des „Tiertafel-Handys“ wählen. Sie lautet 01631938044.