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Neuss: Thywissen investiert 20 Millionen in Ölmühle

Neuss : Thywissen investiert 20 Millionen in Ölmühle

Das 40 Meter hohe Stahlgerüst an der Industriestraße steht schon. 500 Tonnen Stahl sind allein dafür bereits verbaut. Derzeit werden die Rohre verlegt, die Verkabelung und die Isolation kommen noch. Im Januar soll die neue, laut Thywissen 20 Millionen Euro teure Raffinerie der Ölmühle Thywissen fertig sein.

Hergestellt — oder genauer: veredelt — wird dort dann Speise- und Salatöl. "Wir waren voll ausgelastet und mussten hin und wieder Kunden absagen", erklärt Prokurist Dominik Baum. Die herkömmliche Anlage schaffte 800 Liter Öl pro Tag. "Das haben wir aber nie ganz erreicht, weil die Produktwechsel Zeit brauchen", sagt Baum. Mit der neuen sind es 1200 Liter — ohne Abstriche.

In dem bis zu 40 Meter hohen Gebäude sind derzeit schon einzelne Komponenten der vierstufigen Veredelungsanlage zu sehen. Das Herzstück der neuen Raffinerie, an der seit dem Frühjahr gebaut wird, ist die sogenannte Desodorierungsanlage, kurz "Deso" genannt, die sich über mehrere Etagen des neuen Gebäudes erstreckt. 40 Tonnen wiegt der "Deso", gefüllt sind es 100 Tonnen.

Darin werden dem Öl geruchs- und geschmacksintensive Begleitstoffe wie Kohlenwasserstoffe und Fettsäuren durch Wasserdampfdestillation unter Vakuum und bei etwa 240 Grad — in der Anlage liegt der Druck nur bei rund zwei Millibar — entzogen. Etwa 60 Minuten dauert dieser Prozess. Vorher wird das Öl in drei Stufen in Separatoren neutralisiert (entschleimt), gebleicht (aufgehellt) und winterisiert (Wachse werden aus dem Öl entfernt). Für die Neusser Bürger wird sich die erhöhte Produktion nicht bemerkbar machen — weder durch Lärm noch durch Geruch, versichert der geschäftsführende Gesellschafter Wilhelm F. Thywissen.

Die Ölmühle C. Thywissen Gmbh produziert an drei Standorten: In Neuss, Marl und in Hürth. 60 Prozent des Umsatzes (2011: 1,25 Milliarden Euro) liegen im Bereich Lebensmittel, 40 Prozent im Bereich Chemie und Energie. Die meisten (zwischen 95 und 100) der 150 Angestellten arbeiten am Hauptsitz an der Neusser Industriestraße.

(NGZ/ac)