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Neusser Schützenfest: Thomas Geisel marschiert bei Königsparade mit

Neusser Schützenfest : Thomas Geisel marschiert bei Königsparade mit

Ehe er die Amtsgeschäfte im Düsseldorfer Rathaus übernimmt, will Thomas Geisel bereits ein Zeichen der guten Nachbarschaft setzen - beim Schützenfest.

Frack, Zylinder mit Asparagus, Holzgewehr, weiße Handschuhe - mit einer Mischung aus wacher Neugierde und geduldiger Irritation ließ Thomas Geisel die Einkleidung über sich ergehen. Zwei Monate vor seinem ersten Auftritt als Gastmarschierer beim Neusser Schützenfest erschien sein Oberleutnant Thomas Schommers (42) in Geisels Rathaus-Büro, um Düsseldorfers gewählten Oberbürgermeister auf die große Königsparade vorzubereiten. Damit die Uniform auch perfekt sitzt, hatte Schommers den "Regimentsschneider" Mustafa Tezgör (52) mit über den Rhein gebracht. Der nahm bei Geisel Maß - sehr zur Freude der Assistentinnen Felicitas Dopatka und Janine Risse, die kichernd verfolgten, was mit ihrem Chef geschah.

Tezgör bleibt unbeirrt: "Konfektionsgröße 48", stellt er fest, "aber die Ärmel müssen wir etwas kürzen." Tapfer und mit viel Humor erträgt Geisel die "Vermessung des Nachwuchs-Grenadiers". Angesichts der weißen Handschuhe fragt er in die Runde: "Bin ich als Oberkellner verpflichtet?" Das Holzgewehr prüft er kritisch: "Das ist doch nicht?"

Schließlich fasst er Zuversicht: "Ich freue mich auf eine neue Erfahrung." Dabei hat seine Zusage, als Gastmarschierer zu paradieren, einen durchaus ernsthaften (außenpolitischen) Hintergrund: Geisel möchte möglichst früh ein Zeichen der "guten Nachbarschaft" setzen.

Ehe Geisel in Neuss als Schütze aktiv wird, schnuppert er bereits Schützenluft in Düsseldorf. Beim Verein St. Sebastianus von 1316 hat er Aufnahme in die Gesellschaft Reserve beantragt. Der Kontakt zu den Neusser Schützen kam über die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft zustande. Deren Neusser Präsident Thomas Schommers hat soeben den Grenadierzug "Die Globetrotter" gegründet - und Düsseldorfs gewählten OB überzeugt, kurz vor der Amtsübernahme einen "Tag in Freiheit" zu genießen und dabei schon einmal Außenpolitik zu betreiben - linksrheinisch!

(NGZ)