Neuss: "terres des hommes" kritisiert Napp

Neuss : "terres des hommes" kritisiert Napp

Der Ausstieg der Stadt aus der Kooperation sei nicht nachvollziehbar.

Der kurzfristige Ausstieg der Stadt aus der Kooperation mit "terres des hommes" ist aus Sicht der Kinderrechtsorganisation ohne Beispiel. "Das habe ich so noch nicht erlebt", sagt Ralf Willinger, der Referent für Kinderrechte in der Osnabrücker Zentrale des Verbandes. Denn nachdem Bürgermeister Herbert Napp die Kooperation erst am Mittwochabend für eine für Donnerstag geplante Veranstaltung aufgekündigt hatte, blieb dem Veranstalter keine Gelegenheit, einen neuen Raum zu suchen. Während der als Hauptredner angekündigte Williger daheim in Osnabrück blieb, blieb Gerd Faruss vom "terres des hommes"-Ortsverband gestern Abend nichts anderes übrig, als sich vor die Tür des Romaneums zu stellen und die Interessenten, die zum Vortragsabend kommen wollten, wieder nach Hause zu schicken. Die Veranstaltung werde nachgeholt, sagt er.

"Friedensbildung statt Bundeswehr an Schulen" sollte das Thema lauten, zu dem Willinger auch auf Einladung des Kreisverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Haus der Volkshochschule sprechen sollte. Konkret ging es um die Tatsache, dass die Bundeswehr an Schulen Nachwuchswerbung betreibt. Auch in Neuss. Dass der Bundeswehr vorgeworfen werde, mit dieser Form der Werbung gegen die UN-Kinderrechtskonvention zu verstoßen, sei nicht hinnehmbar, merkte Napp am Mittwoch im Kulturausschuss an - und setzte mit Aufkündigung der Kooperation die Veranstalter vor die Tür.

Die Begründung kann Willinger nicht nachvollziehen. Er spreche zu diesem Thema auch bei bundeswehrnahen Verbänden oder der Messe Didacta - und dort auch mit Soldaten, von denen er auch Zuspruch erfährt. So nehme selbst die Truppe Anstoß daran, dass die Bundeswehr über die Jugendzeitung Bravo für Adventure-Camps wirbt, als wäre der Dienst mit der Waffe ein Abenteuer, sagt Willinger. Er ist nicht gegen die Bundeswehr und wisse, dass die Nachwuchs werben muss. Aber dazu dürfte in den Schule nicht einseitig informiert werden.

(-nau)