Neuss: Technik-Probleme im Straßenverkehrsamt

Neuss : Technik-Probleme im Straßenverkehrsamt

Wegen technischer Probleme hat das Straßenverkehrsamt in Neuss am Donnerstag bereits um 13.20 Uhr geschlossen. Regulär ist donnerstags bis 18 Uhr geöffnet.

Der IT-Ausfall betrifft die Kreise Kleve, Viersen, Wesel, Neuss. Auswirkungen gab es auch in Herten, Dinslaken und Düsseldorf. Viele Straßenverkehrsämter mussten schließen oder ihren Service einschränken. In Neuss wurde das Amt um 16 Uhr zwei Stunden früher als geplant geschlossen. Rund 60 Kunden mussten nach Hause geschickt werden.

Ursache ist eine Störung der Netzwerkverbindung vom Kommunalen Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) in Kamp-Lintfort zu den betroffenen Städten und Kreisen. Damit waren auch Systeme von Kommunen gestört, die auf den Dienstleister ITK Rheinland in Neuss zurückgreifen. Dieser wiederum nutzt Rechner der KRZN in Kamp-Lintfort.

"Unser Provider, die Telekom, hat ein Problem in einem Netzknotenpunkt", sagt KRZN-Geschäftsführer Horst Hermanns. Gegen 13 Uhr sei sein Rechenzentrum plötzlich von der Außenwelt abgeschnitten gewesen. Nach einigen Stunden sei es gelungen, einige Verbindungen wiederherzustellen. In den Städten Herten und Mönchengladbach konnten die betroffenen Ämter und Behörden weiterarbeiten. Für andere Städte wie Düsseldorf, Neuss oder Dinslaken gebe es jedoch noch keine Lösung.

Hermanns hofft, dass die Leitungen am Abend, spätestens morgen bei Dienstbeginn in den Behörden wieder stehen. Die Telekom habe jedoch noch keine verbindliche Auskunft geben können. "Da müssen auch händische Arbeiten erledigt werden, also zum Beispiel Kabel umgestöpselt werden", sagt der KRZN-Geschäftsführer. Dazu müssten Arbeiten von Spezialisten der Telekom koordiniert werden. Die KRZN unterstütze dies mit eigenen Mitarbeitern. "Wir bedauern den Systemausfall sehr und informieren die betroffenen Kommunen ständig über den Stand der Dinge", sagt Hermanns. Letztlich sei das Rechenzentrum aber auch die Telekom angewiesen.

Laienhaft müsse man sich den gestörten Knotenpunkt wie einen USB-Hub am heimischen PC vorstellen, nur eben nicht mit drei bis vier Anschlüssen, sondern mit hunderten oder tausenden. Hermanns vermutet, dass ein Update, möglicherweise des Betriebssystems, für den Knotenpunkt schiefgegangen ist. Betroffen waren damit aber auch viele andere Bereiche der öffentlichen Verwaltungen. "Die Programme und die Dateien in den Behörden werden in unserem Rechenzentrum zentral verwaltet und gespeichert. Wenn die Datenleitung, die die Arbeitsplätze der Mitarbeiter in den einzelnen Dienststellen damit verbindet, nicht mehr zur Verfügung steht, geht dort nichts mehr", so Hermanns.