Neuss: Teamarbeiter für die Kunst

Neuss: Teamarbeiter für die Kunst

Der 55-jährige Künstler Klaus Richter ist seit dem 1. Juni für den Bereich Bildende Kunst in der Alten Post zuständig. Er stellt das Dozententeam zusammen und konzipiert künftig die Ausstellungen.

Seine spontane Reaktion auf die Wahl des Gesprächsortes zeigt, welch Geistes Kind er ist. "Ich mag ihn sehr", urteilt Klaus Richter über den Zeichenraum der Alten Post, wo der neue Verantwortliche für den Bereich Bildende Kunst in der Schule für Kunst und Theater von seiner Aufgabe erzählen wird. "Er erinnert mich an ein Atelier."

Ein ebensolches war bislang nämlich sein Arbeitsplatz, in Düsseldorf. Dort hat er Skulpturen geschaffen, Installationen und Performances konzipiert, Bühnenbilder kreiert. Dafür aber wird er in Zukunft wohl weniger Luft haben, denn seine neue Funktion ist "ein Fulltime-Job", wie er genau weiß. Aber: "Ich weiß auch, worauf ich mich eingelassen habe." Dass sein Schreibtisch, an dem er sehr viel Zeit verbringen wird, gleich neben dem atelierähnlichen Zeichenraum steht, hat also durchaus hohen Symbolwert ...

Obwohl der 55-Jährige zu den Arrivierten seiner Zunft gehört, bis vor zwei Wochen erfolgreich als freier Künstler sein Leben gestalten konnte, hat er nicht lange überlegt, als ihm die Stelle in der Alten Post angetragen wurde. "Ich hätte nie damit gerechnet", sagt er, schließlich war der Bereich Kunst in der Alten Post doch zu stark mit deren Chef Thomas Brandt verbunden. Diesem ist auf den Leiterposten nun Hans Ennen gefolgt, und weil dieser schon für den Darstellenden Bereich zuständig war und es auch bleibt, konnte auch das zweite wichtige Standbein des Kulturforums neu verankert werden.

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Klaus Richter wird künftig das Dozententeam zusammenstellen, das Kursverzeichnis machen und vor allem die Ausstellungen konzipieren, die der Alten Post den Charakter einer städtischen Galerie geben. Letzteres mit dem Ziel, der Alten Post "wieder ein Profil zu geben". Vielseitigkeit ist dabei so ein Schlagwort: Sie zeichne seine eigene Arbeit ebenso wie die der Alten Post aus, "und das sollte sich auch in den künstlerischen Positionen widerspiegeln". Jemand wie der Performer Martin Mele, der unter Richter die erste Einzelausstellung bestreitet, "passt genau in mein Beuteschema", sagt er lachend. Außerdem will er das Kulturforum mit kleinen "Eventveranstaltungen wie Performance-Abenden" zu einem Treffpunkt der Dozenten und der Kursteilnehmer machen.

Richter ist ein Teamarbeiter, hat auch deswegen gerne Bühnenbilder (unter anderem für Musicals der Alten Post) geschaffen, weil er die Zusammenarbeit mit anderen so mag. Und er hat sich immer schon über die eigene künstlerische Arbeit hinaus für das große Ganze engagiert, gehört dem Düsseldorfer Kunstbeirat an, dem Aufsichtsrat der Kunsthalle, war in der Findungskommission für deren neuen Leiter. "Auch als Künstler muss man sich in den gesellschaftlichen Bereich einbringen", sagt er. Die neue Aufgabe ist für ihn die Fortführung dieser Linie.

(NGZ)
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