1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Taxi-Streit an der Skihalle

Neuss : Taxi-Streit an der Skihalle

Die Skihalle ist an Wochenenden ein gutes Revier für Taxifahrer. Doch während die Neusser betonen, die anfallenden Fahrten bewältigen zu können, wird ihr Bereich jetzt für die Konkurrenz geöffnet.

Nach 23 Uhr beginnen an der Skihalle Neuss die Stunden, in denen Taxifahrer gutes Geld verdienen können. Selbst im Sommer. Für die Neusser Unternehmen ist die Winterworld deshalb gerade in umsatzschwachen Zeiten eine Bank. Doch die Zeiten sind vorbei. Seit gestern dürfen an Wochenenden auch Taxifahrer aus der näheren und weiteren Umgebung am Taxenstand an der Skihalle auf Kunden warten. Das sorgt für Aufruhr.

Das Skihallen-Management hatte bei der Kreisverwaltung darauf gedrängt, die erst im Dezember neu gefasste Taxi-Verordnung in seinem Sinne noch einmal abzuändern. Denn eigentlich, so regelt es das Personenbeförderungsgesetz, haben die örtlichen Unternehmen am Betriebssitz Heimrecht. Mit allen Pflichten, die andererseits daran hängen. Dieses Heimrecht hat der Kreistag mit einstimmigem Entscheid für die Wochennenden zwischen 23 bis 5 Uhr abgeschafft.

Während Jürgen Steinmetz als Vertreter des Landrates diese Öffnung mit einem enormen Fahrgastaufkommen begründet, spricht Wolfgang Suhr von der "Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein" Klartext: "Die Neusser Kollegen werden in erheblichem Maße diskriminiert und benachteiligt." Die Neufassung der Taxiordnung gehe über das hinaus, was nötig wäre und sei eine Einladung, in den lukrativen Zeiten den Neusser Fahren Kunden wegzuschnappen. Der Verband hat deshalb angekündigt, die Taxiordnung im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens anfechten zu wollen.

Für Hans-Josef Lenzen vom Vorstand der "Interessengemeinschaft Taxizentrale", dem Dachverband der Neusser Fahrer, hat die jetzt verloren gegangene Auseinandersetzung eine Vorgeschichte. Die Skihalle hätte – was jetzt auch geschieht – einen Taxistand als festen Warteplatz auf ihrem Gelände einrichten und von der IG verlangen wollen, dort eine Aufsicht sicherzustellen. "Das können wir gar nicht leisten", sagt er. Mittlerweile teilt die Skihalle selbst Servicepersonal für die Verabschiedung der Gäste an der Taxihütte und die Aufsicht über den Ablauf dort ein.

Für Skihallen-Geschäftsführer Johannes Janz steht fest, dass die Neusser den Bedarf an den Wochenenden allein nicht decken können. Schon in der Vergangenheit mussten deshalb Taxen aus Nachbarstädten angefordert werden. Suhr betont, es seien keinerlei Beschwerden über zu lange Wartezeiten eingegangen. Und wenn es brummt habe man nichts dagegen, dass auch andere Fahrer mal Gäste aufnehmen.

(NGZ)