Neuss: Tanzen für eine schönere Schule

Neuss : Tanzen für eine schönere Schule

Mit einem spontanen Massentanz ("Flashmob") wollen Neusser Schüler Geld für die Verschönerung ihrer Schulen ertanzen. Gestern war die Mildred-Scheel-Realschule dran. 300 Schülerinnen und der Schulleiter machten mit.

Em Ende geht sogar Schulleiter Wilhelm Conrads in der Masse seiner Schülerinnen unter: Er steht mit auf der provisorischen Bühne auf dem Schulhof der Mildred-Scheel-Realschule, die Musik wummert aus den Boxen und er schleudert die Arme und springt von einem Bein aufs andere, synchron mit rund 300 seiner Schülerinnern. Was als Tanz eines einzelnen ziemlich albern aussehen würde, bekommt durch die Masse an Menschen eine Dynamik, ähnlich einer Laola-Welle im Fußballstadion, der sich auch der Schulleiter nicht entziehen kann. Dieser Massentanz, genannt "Flashmob" (englisch in etwa: Blitztanz einer Menschenmenge), hat sich seit dem vergangenen Eurovision Song Contest zu einem Massenphänomen entwickelt. Eines, das nun den Neusser Schulen zugute kommen soll.

Denn das Katholische Jugendwerk Kreis Neuss hat zu einem leicht abgewandelten Flashmob aufgerufen. Die Schüler sollen den Tanz, der seit dem ESC 2010 zu dem Lied "Glow" der Band Madcon in ganz Europa getanzt wird, einstudieren. Das haben die Schülerinnen der Mildred-Scheel-Realschule in nicht mal 15 Minuten geschafft. Der Tanz wird gefilmt und ins Internet gestellt. Dort können Nutzer abstimmen, welche Schule am besten getanzt hat. Die ersten zwei Schulen bekommen Geldpreise (200 beziehungsweise 100 Euro) für die Verschönerung ihres Schulgeländes. Daher auch der Name der Aktion: "Flash den Mopp". Bewusst machte das Katholische Jugendwerk aus dem "mob" einen (Wisch)Mopp.

Den Auftakt machte vergangene Woche das Quirinus-Gymnasium. Heute folgt die Maximilian-Kolbe Schule, morgen ist das Gymnasium Marienberg an der Reihe. Es wirkte gestern an der Mildred-Scheel-Realschule fast so, als wollten die Schülerinnen nach dem 15-Minuten-Tanz gar nicht mehr aufhören. Auch, als die Aufnahme längst im Kasten war. Conrads hatte für die Aktion sogar extra die sechste Unterrichtsstunde freigegeben. Eine Idee, wo die mögliche Siegerprämie hinfließen könnte, haben die Schülerinnen schon. Vorher waren sie übers Schulgelände gestreift, hatten Ecken gesucht, die unbedingt Veränderungen brauchen. Gefunden haben sie ein Stück Wiese. Dort soll vielleicht eine Bank aufgestellt werden. "Wir wollen den Lebensraum Schule verschönern", sagt Jan Thieme von der Katholischen Jugendfachstelle, die den "Flashmob" gemeinsam mit dem Katholischen Jugendwerk organisiert. "Die Aktion soll Schüler motivieren, sich für ihre Schulen einzusetzen".

(NGZ)
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