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Tag des offenen Gartens in Neuss: Besucher lernen Urban Gardening kennen

Urban Gardening in Neuss : Gartenarbeit mitten in der Stadt

Austausch im Botanischen Garten: Das Urban-Gardening-Projekt trifft auf viel Interesse. Die aktuell 20 Gärtner der Gruppe geben Tipps für Anfänger.

Gärtnern mitten in der Stadt, das Projekt Urban Gardening unter dem Dach der Transition Town Gruppe der Neuss Agenda 21 öffnete am Wochenende noch ein Stück weiter als sonst die Tür. Im Rahmen eines „Tag des offenen Gartens“ konnten Erfahrene und Neulinge eine geführte Runde durch die Beete drehen. Alle 56 Plätze waren zügig vergeben, was Ralf Resch sehr zufrieden machte: „Die Besucher kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen, manche wollen sich das Projekt ansehen, andere suchen ganz gezielt Tipps zum Thema gärtnern in der Stadt.“

Seit 2016 können sich die Mitglieder der Urban Gardening Gruppe auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei in einem Folientunnel und einigen Außenbeeten ausprobieren. In den vier Jahren haben die derzeit rund 20 aktiven Gärtner einiges dazu gelernt. Im Folientunnel wächst vor allem Gemüse. Tomaten, Aubergine, Paprika und Melone mögen das Klima unter der Folie. Draußen gedeihen weiteres Gemüse im Freiland, Sträucher und ein Staudenbeet blüht für Insekten und für´s Auge.

Zum Erfahrungsaustausch kommt es im Garten ganz automatisch. Es gibt ältere Gärtner, die den eigenen Garten aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben haben, aber die Hände doch nicht so ganz aus der Erde lassen können, hinzu kommen unerfahrene, die vom Wissen der anderen profitieren können. So wachsen mit den Erfahrungen auch die Erfolge. Gemüse wird aus selbst gesammelten Samen gezogen und auch eine Permakultur befindet sich in der Erprobung. Ziel des Projektes ist es, freie Flächen in der Stadt sinnvoll zu nutzen. „Unser Motto ist: Grün statt grau“, erklärt Resch. Daher ist neben der Leidenschaft für die Natur auch ein Ziel der Aktiven: Anregung für andere geben. Flächen die brach liegen, können sinnvoll genutzt werden, sei es auch nur für eine Übergangszeit, dort lassen sich oft mit kleinem Aufwand Kulturen anlegen.

Tipps und Starthilfe geben die Mitglieder des Projektes gerne. Besonders stolz sind die Gärtner natürlich, wenn nach der Arbeit auch eine Mahlzeit auf dem Teller landet, gerne auch gemeinsam gekocht. Ärgerlich ist es dann, wenn reifes Gemüse von Außenstehenden geerntet wird, was leider immer wieder vorkommt. Wer sich für die Idee interessiert, kann auch samstags zwischen 10 und 12 Uhr in den Botanischen Garten kommen.