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Neuss: Supermarkt im Rausch verwüstet

Neuss : Supermarkt im Rausch verwüstet

Ein 32 Jahre alter Neusser hat im Edeka-Markt am Berghäuschensweg randaliert und Feuer gelegt. Nach Angaben der Polizei stand er unter Alkohl- und Drogeneinfluss. Er wurde in eine psychiatrische Klinik gebracht.

Geschlossene Rollos, Absperrbänder und ein Angestellter vor der Tür. "Wegen Aufräumarbeiten nach Brandstiftung geschlossen", steht auf dem Zettel, den er Kunden in die Hand drückt, die in dem verwüsteten Edeka Frische-Center Meertal einkaufen wollen. Drinnen steht Seniorchef Hans-Lambert Niehsen in einem Meer von Scherben. "Man glaubt kaum, dass das nur einer gewesen ist."

Allein aber kräftig war der Mann, der am Dienstag um 18.30 Uhr in dem Markt am Berghäuschensweg regelrecht ausgerastet sein muss. "Ein Bär" berichtet Inhaber Johannes Niehsen mit Blick auf die Bilder der Videoaufzeichnung. Er schätzt den Randalierer und Brandstifter, der am Ende von der Polizei überwältigt und — nach notärztlicher Versorgung — in eine Psychiatrische Klinik gebracht wurde, auf über 110 Kilo. Diesem wütenden Koloss, einem nach Polizeiangaben 32 Jahre alten Neusser ohne festen Wohnsitz, stellte sich vor allem eine Angestellte des Marktes in den Weg, nicht einmal halb so schwer aber couragiert und als ehemalige Niederrheinmeisterin im Judo auch selbstbewusst genug. Sie hat nach Ansicht ihres Chefs nicht nur "sensationell reagiert", sondern auch "vielen die Gesundheit bewahrt."

Als der Täter den Markt betritt, macht er sich direkt auf den Weg zum Regal mit den Chips. Er hat eine Flasche Brennspiritus dabei und legt Feuer. "Chips sind Fettträger", weiß Niehsen junior, der zu diesem Zeitpunkt nicht im Laden ist. So wird die Angestellte tätig, löscht die Flammen — was den 32-Jährigen schier außer sich bringt. Er fegt mit dem Arm Spirituosenregale leer und lässt die Flaschen auf dem Boden zerplatzen, stürzt Vitrinen um, wirft unter anderem mit Magnum-Flaschen Champagner in die Auslagen, bevor er auch auf die Angestellte zielt und sie am Arm trifft. Die Prellung macht sie für Tage arbeitsunfähig. Zwischenzeitlich aber konnte die Angestellte die gut 20 Kunden und einige Kollegen aus dem Geschäft und damit in Sicherheit bringen. Und sie alarmiert Polizei und Feuerwehr. Die erledigen den Rest, ringen den Mann nieder, löschen auch einen zweiten Brand.

Als Kunde war der 32-Jährige dem Inhaber nicht bekannt. Hans- Lambert Niehsen allerdings weiß zu berichten, dass der Täter schon am Nachmittag in dem Geschäft gewesen sein soll und eine halbe Flasche Whiskey leerte. Mit der Frage, ob er die preiswerter bekomme, weil sie ja schon halb leer ist, sei er an der Kasse aber nicht durchgekommen. Ob dort der Grund für seinen Groll und sein Wüten lag?

Heute bleibt der Edeka-Markt geschlossen. Erst müsse aufgeräumt werden. Ob Feuer und der Einsatz des Feuerlöschers ein komplettes Ausräumen nötig machen, sollten Experten gestern klären.

(NGZ/url)