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Neuss: Sturmschäden: Sommernachtslauf fällt aus

Neuss : Sturmschäden: Sommernachtslauf fällt aus

Weil die Sicherheit entlang der Strecke nicht sichergestellt werden kann, wird das Sportfest in der Innenstadt zum ersten Mal seit seiner Premiere im Jahr 1983 nicht ausgetragen. Auch andere Wochenendtermine sind abgesagt.

Mehr als 2000 Schadensfälle hat die Neusser Rheinland-Versicherung bis gestern schon aufgenommen und zum Teil reguliert. Bis zu 7000 Mal könnte die Versicherung nach dem Sturm von Pfingstmontag in Anspruch genommen werden, glaubt Thomas Kempen von der Konzernkommunikation - auch wenn Sturm "Ela" nur lokal und nicht etwa bundesweit für Verwüstungen gesorgt hat. Doch es gibt Schäden, gegen die man sich nicht versichern kann. Von einem solchen ist die Turngemeinde Neuss (TG) betroffen: Sie musste gestern den Sommernachtslauf, zu dem morgen rund 4000 Sportler erwartet worden waren, absagen. Zum ersten Mal in der Geschichte dieses 1983 begründeten Sportereignisses und schweren Herzens, wie Sportdezernent Stefan Hahn betont.

Es ist nicht die einzige Absage für das Wochenende: Das "Frühlingsfest der Kulturen" wurde sturmbedingt schon Mittwoch gestrichen, der Eifelverein mit seiner Führung durch den alten und neuen Stadtgarten und der Freundeskreis Botanischer Garten mit seinem Ausflug zur "Grünen Lunge von Neuss" zogen gestern nach. Kleinigkeiten im Vergleich zu dem Sport- und Familienfest der TG, das schon einmal, nämlich im Jahr 2011, beinahe wegen eines Sturmes abgesagt worden wäre. "Besser unterbrechen statt abbrechen", war damals die Losung - das geht diesmal nicht. Nicht einmal verschieben sei möglich, sagt TG-Geschäftsführer Klaus Ehren mit Blick auf den Firmenlauf, den Zonser Nachtlauf und den Silvesterlauf in den Wochen zwischen Sommerferien und Jahreswechsel. "Dazwischen bekommen wir keine Genehmigung mehr."

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Der 32. Sommernachtslauf soll nun am 13. Juni 2015 gestartet werden. Glück im Unglück für die TG, dass die T-Shirts für die Veranstaltung ohne Jahreszahl bedruckt sind und auch Pokale oder Laufnummern bis dahin "nicht schlecht werden", wie Ehren sagt. Ob die Sponsoren allerdings nun ihr Geld zurückhaben wollen und wie die Veranstalter mit den für Samstag verpflichteten Firmen finanziell auseinanderkommen, muss noch verhandelt werden. Ein wirtschaftliches Risiko bleibt. Doch die Läufer an den Start gehen zu lassen, ohne dass die Stadt nach den Sturmschäden die Sicherheit entlang der Strecke garantieren kann, wäre unverantwortlich, sagt Ehren.

Die Stadt arbeitet weiter daran, vor allem die Straßen und die Schulen zu sichern. Es besteht Aussicht, dass diese Montag wieder öffnen, sagt Dezernent Hahn. Auch Kindertagesstätten waren vom Sturm betroffen, konnten aber bis auf die Kita "Am Wasserturm" den Betrieb aufrechterhalten. In dieser Kita wird für Kinder berufstätiger Eltern eine Notgruppe angeboten. Der Jugendtreff "Geschwister-Scholl-Haus" bleibt aufgrund der umfangreichen Aufräumarbeiten auf dem Außengelände und in der Zufahrt bis Ende der Woche geschlossen.

(NGZ)