Stunk-Ensemblemitglied Jens Kipper im Fernsehen

Schauspieler Jens Kipper : Ein Stunker macht TV-Karriere

Jens Kipper vom „Stunk“ des Theaters am Schlachthof ist als Ensemblemitglied kaum wegzudenken. Er schafft es heute mehr und mehr, TV-Rollen zu bekommen. Demnächst im „Tatort“ Münster, aktuell in der TV-Serie „Freundinnen“.

Jens Kipper hat einen Lauf. Eine Dauerrolle in der Daily-Soap „Freundinnen“ des RLT, einen Part im Film „Der Club der roten Bänder“ (ab Februar im Kino) und nun auch noch das Versprechen, im nächsten Münsteraner „Tatort“ neben Jan Josef Liefers und Axel Prahl zu spielen. Da wird es vermutlich nicht einfach werden, sich die Zeit für den Stunk des Theaters am Schlachthof (TaS) frei zu schaufeln, oder?

Treffen der Alpha-Männchen: (v.l.) Trump (Jens Kipper), Erdogan (Harry Heib), Maduro (Dennis Prang) und Kim Jong-un (Jens Spörckmann). Foto: Jagna Witkowski

„Stimmt“, sagt Kipper, der mit seiner Frau, der Schauspielerin Ilva Melchior, und Sohn in Krefeld lebt, „wir arbeiten noch daran, lassen es aber erst mal auf uns zukommen.“ Dass er dem Stunk des TaS ganz und gar adé sagen muss, kann und vor allem will Kipper sich gar nicht erst vorstellen.

Jens Kipper (Dirk Neumann, Mann von Kaya) und Shirin Soraya (Kaya) in der Serie "Freundinnen - jetzt erst recht" RTL gedreht in Grevenbroich. Foto: MG RTL D / Stefan Behrens

Die Proben für den Stunk, der erst am 18. Januar Premiere hat, beginnen schon im November. „Bis Ende Oktober stehen bei mir die Termine“, sagt Kipper, „dann kann ich mich auch festlegen.“ Wobei den vielen Fans des alternativen Karnevals vom TaS in der Wetthalle (und in Düsseldorf) wohl etwas fehlen würde, wenn Kipper nicht dabei sein kann. Er ist schließlich so etwas wie eine Rampensau, hat sich mit Verve in seine Rollen geworfen (2018 als Donald Trump) und als Sänger die Wetthalle gerockt.

Letzteres verspricht er immerhin für den nächsten April. Nicht mit Stunk, aber mit der Show „Zurück in die 80er“, die er zusammen mit einem Ensemble aus Musikern und Schauspielern und mit großem Erfolg bereits in Neuss gezeigt hat. Zunächst gibt es eine Wiederauflage im Oberhausener Ebertbad (31. Oktober), und im April nächsten Jahres stehen gleich vier Termine in Neuss an (25. bis 28. April), an denen die Crew um Kipper die Revue in „überarbeiteter Form“ präsentieren wird. Dass das Projekt, wie Kipper sagt, beim Publikum so gut ankam, mache ihn „unglaublich happy“ und schließt dabei das ganze Team ein. Aber er weiß auch: „Im Konzept gibt es noch Luft nach oben.“ Feste Plätze für die Zuschauer oder lieber tanzen und swingen an Stehtischen? Macht Kipper wieder selbst die Regie? Zumindest auf die letzte Frage gibt es schon eine Antwort: Sabine Wiegand (Dat Rosi) werde das Team in der Regie unterstützen, erzählt Kipper und verspricht sich davon auch einen Abend, der „etwas schnittiger“ wird. An der Rahmenhandlung wird auch gearbeitet, ebenso werden neue Songs einstudiert. Zusätzlich. Und Überraschungen verspricht er auch.

Bis Februar ist  für ihn auf jeden Fall erst mal Drehen in Grevenbroich angesagt. „Vor der Haustür“, meint er und lacht: „Ich brauche nicht mehr als 20 Minuten dorthin, das ist perfekt!“ Etwa  zwölf Drehtage pro Monat stehen in Kippers Kalender, er spielt in der TV-Serie von RTL die Rolle des Dirk Neumann (Ehemann von Kaya, eine der „Freundinnen“), ist voll des Lobes über die Zusammenarbeit am Set („es macht wirklich großen Spaß“) und die Arbeit der Autoren: „Der Text ist meistens schon eine Woche vorher oder auch noch früher da, so dass genug Zeit ist, ihn zu lernen.“

Dabei brauchte es schon Geduld, bis überhaupt klar war, ob er die Rolle bekommt oder nicht. „Es gab das übliche Casting“, sagt er, „aber es dauerte etwas, bis ich die Zusage bekam.“ Damit beschreibt er auch das Los überhaupt eines freien Schauspielers. Jens Kipper hat natürlich eine Agentur, die auch angeschrieben wird, wenn es um die Besetzung von Rollen geht, „aber nicht jeder, der castet, gibt auch eine Rückmeldung“. So bleibe nur eines: „Wenn man zwei, drei Wochen lang nichts mehr gehört hat, weiß man: Da kommt nichts mehr.“ In diesem Fall war es zum Glück für ihn mal andersherum.