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Neuss: "Stürmischer" Start für Friedhofschef

Neuss : "Stürmischer" Start für Friedhofschef

Im April trat Peter Evertz seinen Posten als Technischer Leiter der Städtischen Friedhöfe an, kurz darauf wurde er mit den Folgen von Sturm "Ela" schon voll gefordert. Durch den großen Einsatz der Mitarbeiter sei es gut gelungen, sagt er.

Viel Zeit zur Einarbeitung blieb Peter Evertz, seit 1. April diesen Jahres Technischer Leiter der Städtischen Friedhöfe Neuss (SFN), nicht. Denn nur knapp neun Wochen später wütete das Sturmtief "Ela" und hatte verheerende Auswirkungen auch auf die städtischen Friedhöfe. Rund sieben Prozent des Baumbestandes wurden zerstört. "Wir mussten sofort reagieren, denn das Bestattungswesen musste ja reibungslos weiter laufen können", berichtet sich der 46-Jährige.

Um das gewährleisten zu können, wurde der Hauptfriedhof zunächst abschnittweise geschlossen und nach den Aufräumarbeiten in drei Phasen wieder geöffnet. Für die Beerdigungen wurden die jeweiligen Wege kurzfristig freigeräumt, auf Sicherheit überprüft. Am Tag der Beisetzung wurde die Trauergemeinde von Friedhofs-Mitarbeitern zur jeweiligen Grabstelle begleitet. "Um sicherzustellen, dass keine Angehörigen womöglich gefährliche Wege betreten", erklärt Evertz.

"Mit Hilfe eines Großbaggers haben wir die umgestürzten Bäume von den Gräbern gehoben, dann auf die Wege gezogen und kleingesägt", berichtet der gelernte Friedhofsgärtnermeister und Agrarbetriebswirt. Es sei eine sehr anstrengende Phase für alle 47 Mitarbeiter gewesen. "Aber es war beeindruckend, wie alle mitangepackt haben", lobt der neue Chef. Die Verwaltungsmitarbeiter hätten sich um die vielen Anrufer gekümmert, die sich um ihre Grabstellen sorgten. "Alle anderen haben draußen mitgeholfen." Überstunden fielen in dieser Zeit reichlich an. Zudem arbeiteten die Beschäftigten der Städtischen Friedhöfe Neuss zusätzlich jeden Samstag. "Am 14. Juli konnten wir den Hauptfriedhof wieder komplett öffnen", sagt Evertz.

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Die Spuren, die "Ela" hinterlassen hat, sind nach wie vor zu sehen: Riesige Baumstümpfe lassen erahnen, welch' alte Bäume dem Sturm zum Opfer fielen. Zum Teil gibt es auch schiefe Grabsteine. "Wir haben die Pächter schriftlich informiert", erklärt Evertz. Aber erst nach ein paar Monaten, wenn die Pächter nicht reagieren, darf die Friedhofsverwaltung solche Grabsteine hinlegen.

Derzeit überprüft ein Gutachter zudem einige Bäume, bei denen unklar ist, ob sie nicht doch gefällt werden müssen. Die ersten neuen Bäume, für die Patenschaften übernommen wurden, sind bereits angepflanzt worden.

Bevor Peter Evertz seinen neuen Job in Neuss antrat, war er 23 Jahre lang bei der Stadt Pulheim tätig, zuletzt als Bereichsleiter für Spiel- und Sportplätze sowie die dortigen Friedhöfe. In seiner Freizeit wandert er gerne, fährt Motorrad, kocht oder geht in die Sauna. Mittlerweile ist der 46-Jährige von Pulheim nach Holzheim gezogen. Als Technischer Leiter ist er verantwortlich für sämtliche Koordinierungsaufgaben. "Vom Grabaushub über die Abfallbeseitigung, Logistik, Grünflächenpflege bis hin zur Bestattung", zählt er auf.

Den Wandel der Friedhofskultur begleitet er ebenfalls mit. "Auch wenn dieser Wandel nicht nur positiv ist", sagt Evertz. "Es ist ein seltener, aber ein schöner Beruf, den ich habe."

(NGZ)