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Streit um Zahl der „Hundewiesen“ in Neuss

Streit um Zahl der „Hundewiesen“ in Neuss : Stadt plant weniger Wiesen für Hunde

Eigentlich sollten es 16 werden, doch auf Wunsch der Politik hat die Stadt vier neue Hundeauslaufflächen identifiziert. Diese sollen mit Spezialzäunen versehen werden. Doch es gibt erneut kritische Stimmen.

Aus 16 mach vier. Das ist kein neues Gesellschaftsspiel, sondern die Aufgabe, vor der die Stadt nach dem vergangenen Umweltausschuss im Juni stand. Im Detail geht es um die Auswahl der geplanten Hundeauslaufflächen auf dem Neusser Stadtgebiet. Ursprünglich hatte die Verwaltung 16 potenzielle – nicht eingezäunte – Wiesen identifiziert, auf denen sich in Zukunft Vierbeiner hätten austoben sollen. Die Fraktionen beschlossen jedoch, lieber nur vier neue Hundeauslaufflächen zu schaffen, diese dafür aber besser auszustatten – unter anderem mit Spezialzäunen.

Im kommenden Umweltausschuss am Dienstag, 4. September, sollen nun die vier von der Stadt vorgeschlagenen Flächen diskutiert werden. Dabei geht es um die Standorte „Wiese am Rheinpark“, den Westpark, den Zedernweg und das Jröne Meerke. Zudem schlägt die Stadt zwei Zaun-Varianten vor – den Stabgitterzaun und den Maschendrahtzaun. Der Stabgitterzaun ist zwar eine kostspieligere Variante (knapp 240.000 Euro für alle vier Flächen) als der Maschendrahtzaun (gut 170.000 Euro), dieser biete jedoch den Vorteil, dass er beißsicher und für die Tiere nicht zu übersteigen sei. Zudem sei er wesentlich langlebiger.

Doch genau das Thema Zäune sorgt für Fragezeichen bei Ausschussmitglied Michael Ziege (SPD). „Für mich macht es wenig Sinn, die großen Flächen zu umzäunen – zum Beispiel die Wiese am Rheinpark“, sagt Ziege. Zudem sieht er es kritisch, eine derartige Summe für Umzäunungen auszugeben. Außerdem müsse man das Verkehrsaufkommen berücksichtigen, das sich in den jeweiligen Bereichen der Hundewiesen erhöhen werde. „Zudem weiß ich nicht, wie viele Halter Lust haben, ihren Hund mit dem Auto zur Auslauffläche zu transportieren“, sagt Ziege. Für nur schwer umsetzbar hält er darüber hinaus die von der Stadt vorgeschlagenen Verhaltensregel, dass Lärmbelästigungen der Nachbarschaft durch lautes Bellen zu vermeiden seien.

Bernd Kahlbau, Hundehalter und sachkundiger Bürger der FDP, sieht das ähnlich. „Wir halten die Anzahl der geplanten Flächen für fiktiv und hätten uns mehr Standorte gewünscht.“ Er sei bereits alle anfänglichen Flächen-Vorschläge der Stadt abgefahren, um Fotos zu machen und sie auf Eignung zu prüfen. Mit diesen gesammelten Informationen wolle seine Fraktion nun „konstruktive Vorschläge“ für Hundeauslaufflächen machen.

Bei einer höheren Anzahl gibt Michael Klinkicht, Fraktionsvorsitzender der Grünen, zu bedenken: „Das muss alles bezahlt werden.“ Seine Fraktion könne sich mit vier ausgewählten Hundewiesen anfreunden. „Man braucht nicht an jeder Ecke eine“, sagt Klinkicht.

Im September 2017 hatte die Verwaltung bereits dargestellt, wo Hunde außerhalb besiedelter Bereiche frei laufen können. Innerhalb geschlossener Wohngebiete schließen das Landeshundegesetz, die Straßen- und die Gartenordnung der Stadt Neuss jedoch den Hundefreilauf an Straßen und in öffentlichen Anlagen aus. Es bestehe dennoch der Wunsch, zum einen innerhalb der besiedelten Bereiche und zum anderen konkrete Flächen als Hundeauslaufflächen zu benennen. Diese Flächen seien entsprechend zu kennzeichnen, könnten jedoch temporär auch anderweitig genutzt werden.

Dabei hatte das Amt für Umwelt Stadtgrün und Klima im September vergangenen Jahres noch vorgeschlagen, keine weiteren Hundeauslaufflächen mehr auszuweisen. Die bestehenden sechs seien schließlich genug.