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Neuss: Streit um Schulweg über den Norfer Hofacker

Neuss : Streit um Schulweg über den Norfer Hofacker

Für Annette Hüren ist der Schulweg ihres Sohnes zu gefährlich. Der 17-Jährige kommt nach den Sommerferien in die elfte Klasse der Gesamtschule An der Erft, trotzdem mag die Mutter ihn nicht von Norf nach Weckhoven laufen lassen – über den Norfer Hofacker. "Egal wie alt, jeder kann da stürzen bei Schnee und Eis", sagt die Mutter.

Für Annette Hüren ist der Schulweg ihres Sohnes zu gefährlich. Der 17-Jährige kommt nach den Sommerferien in die elfte Klasse der Gesamtschule An der Erft, trotzdem mag die Mutter ihn nicht von Norf nach Weckhoven laufen lassen — über den Norfer Hofacker. "Egal wie alt, jeder kann da stürzen bei Schnee und Eis", sagt die Mutter.

Beleuchtet ist der Fußweg, der südlich des Golfplatzes Hummelbachaue den kleinen Fluss überquert, laut einem Schild nur eingeschränkt. Links und rechts befinden sich nur Felder und Gebüsch. Vom Hüren'schen Elternhaus bis zur Schule sind es 4,6 Kilometer laut Schulverwaltungsamt, Hüren sagt: mehr als fünf. Genau die Grenze von fünf Kilometern entscheidet darüber, ob die Hürens für das Schülerticket (Schokoticket) einen städtisches Zuschuss bekommen.

Die Schülerfahrkostenverordnung legt fest, dass Kindern bis zur vierten Klasse ab einer Entfernung von mehr als zwei Kilometern ein Zuschuss gewährt wird, Kindern bis zur Klasse zehn ab mehr als 3,5 Kilometern und ab Klasse elf bei mehr als fünf Kilometern. Die Hürens müssten demnach statt 9,95 Euro pro Monat jetzt 27,50 Euro fürs Ticket bezahlen.

"Der Weg ist definitiv 4,6 Kilometer lang", sagt Schulverwaltungsamtsleiter Gottfried Scheulen. Das gehe aus dem amtlichen Stadtplan hervor und der sei "auf den Meter genau im Gegensatz zu dem Internetdienst Googlemaps, den Frau Hüren verwendet hat". Einen Zuschuss für das Busticket gäbe es allerdings auch, wenn der Weg gefährlich oder nicht geeignet wäre. Aber auch das trifft laut Scheulen auf den Norfer Hofacker nicht zu. "Das gilt, wenn der Schulweg an einer stark befahrenen Straße entlang führt und kein Gehweg vorhanden ist oder eine solche Straße zu queren ist ohne Querungshilfe für Fußgänger", sagt Amtsleiter Scheulen.

Auch das Argument, der Weg sei zu einsam, ziehe beim Norfer Hofacker nicht. 2004 hatten bereits Eltern, deren Kinder den Weg in umgekehrter Richtung von Weckhoven nach Norf laufen, die Stadt wegen dieses Schulweges verklagt. "Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat festgestellt, dass die Kriterien für einen gefährlichen Weg nicht vorliegen", sagt Scheulen.

Auch gebe es eine Absprache mit dem Winterdienst, den Weg für die Schüler zu räumen. Doch Annette Hüren ist sicher: "Keine Eltern lassen ihr Kind diesen Schulweg gerne laufen." Sie wird daher das Ticket wohl künftig für ihren Sohn komplett zahlen.

(NGZ)