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Neuss: Streit um Einkaufssonntage

Neuss : Streit um Einkaufssonntage

Verkaufsoffene Sonntage müssen mit einer Veranstaltung verknüpft und begründet werden. Das ist die Vorgabe der Politik, der sich die Innenstadthändler stellen. Muss das Rheinpark-Center nicht den gleichen Aufwand betreiben?

Christoph Napp-Saarbourg hat die große Befürchtung, dass das Thema verkaufsoffene Sonntage wieder auf den Tisch kommt. Anlass dazu hat der Vorsitzende der Zukunftsinitiative Innenstadt Neuss (ZIN) mehr als genug — und ist dabei auch nicht ganz unbeteiligt. Denn seine Forderung "Gleiches Recht für alle" ist indirekt eine Attacke in Richtung Rheinpark-Center.

Denn das hatte sich im wesentlichen an die Sonntags-Termine von ZIN angehängt, ohne, so Napp-Saarbourg, "sich in irgendeiner Form finanziell oder organisatorisch mit einzubringen." Steht das nicht im Widerspruch zu den Regeln, die Stadt und Handel am "Runden Tisch" verabredet haben?

Auf Bundesebene hatte die CDU jüngst den Vorstoß unternommen, die Adventssonntage generell als Einkaufstage auszuklammern. Das hält Napp-Saarbourg nicht für sinnvoll, schließlich wären viele Branchen gerade auf ein gutes Weihnachtsgeschäft angewiesen. "Der runde Tisch hat durchaus einige gute Dinge gebracht", stellt er mit Hinweis auf die Neusser Regelung fest, eine Öffnung am ersten Adventssonntag zu erlauben, wenn gleichzeitig die Sonntagsruhe an den anderen Adventssonntagen respektiert wird. Da steht der Neusser Handel in Opposition zur CDU.

Auf Landesebene wiederum kritisiert der Handel insgesamt die Pläne der rot-grünen Landesregierung, das Ladenschlussgesetz zu ändern und gerade das Einkaufen am Wochenende einzuschränken. Vor diesem Hintergrund aber geht man bei ZIN davon aus, dass die Zahl der Verkaufssonntage nicht aufgestockt wird. "Vier für die Innenstadt, vier für das Rheinpark-Center und noch einen für das Moselstraßenfest — das wird es nicht geben", sagt Napp-Saarbourg, der für die City schon vier Verkaufssonntage für 2012 angemeldet hat. Und in drei Fällen schließt sich das Einkaufscenter am Rhein an. Da meldet der ZIN-Vorstand doch Klärungsbedarf an.

Kritisch diskutiert werden soll die Frage, ob das Center Teil der Innenstadt ist, oder — was ZIN angesichts der großen Distanz annimmt — ein Nebencenter. Davon würde abhängen, ob das Center überhaupt mit Aussicht auf Erfolg so viele Einkaufssonntage benennen darf.

Genauso wichtig aus Sicht von ZIN aber ist die Frage der Gleichbehandlung. Wenn der Innenstadthandel Geld in die Hand nimmt, um, wie gefordert, einen verkaufsoffenen Sonntag mit einer Veranstaltung zu verbinden und zu begründen, müsse das auch für das Center gelten. Von denen habe er aber noch keine Begründung gehört und mit den Verantwortlichen dort auch noch keine Absprachen getroffen.

(NGZ/rl)