Neuss: Streit um den Supermarkt

Neuss : Streit um den Supermarkt

Donnerstagabend will Bürgermeister Herbert Napp auf einer Informationsveranstaltung zum Bau eines Supermarktes auf dem Reuschenberger Kirmesplatz alle Fakten auf den Tisch legen. Die Bürger sollen ihre Meinung äußern.

Schützenfestliche Musik wird es morgen Abend (Beginn 18.30 Uhr) nicht geben, wenn die Reuschenberger erneut ins Festzelt strömen. Dort geht es um das Streit-Thema Nummer eins im Ort: der geplante Supermarkt auf dem Kirmesplatz. Wir nennen die wichtigsten Fakten und Positionen der Beteiligten:

Worum geht es? Weil die Versorgung im Ort nicht ausreichend ist, soll auf dem Kirmes- und Schützenplatz ein Supermarkt gebaut werden. Umstritten ist a) der grundsätzliche Bedarf eines Vollsortimenters/Discounters, b) der Standort Kirmesplatz und c) an welcher Stelle genau ein Supermarkt errichtet werden soll.

Welche Standorte sind möglich? Es gibt drei, offenbar technisch machbare, Varianten: an der Finkenstraße, nahe des China-Restaurants und an der Bergheimer Straße.

Wer sind die Bewerber? Es liegen acht Bewerbungen von sechs Investoren vor, hinter denen mindestens fünf verschiedene Betreiber stehen. Im Einzelnen sind dies: 1. Antragsteller Fischer/Dr. Kallen (Betreiber Edeka, 1700 Quadratmeter Verkaufsfläche), 2. Dieroff (Kaiser's: Quadratmeter: keine Angabe), 3. Rewe (Rewe, 1800 qm), 4. Vreden (keine Angaben, 1200-1450 qm); 5. Lidl (Lidl, Quadratmeter: keine Angabe), 6. Vreden (Edeka, 1500 qm), 7. Vreden (Penny, 1000 qm), Paschertz (keine weitere Angaben). Welche Meinungen gibt es?

Bürgermeister Herbert Napp, der morgen die Veranstaltung leiten wird, hält eine bessere Nahversorgung für notwendig. "Das sagt auch das Einzelhandelsgutachten." Es soll gegenüber dem jetzigen Zustand "möglichst wenig verändert werden". Sein präferierter Standort ist die Finkenstraße.

Für den Bürger-Schützen-Verein soll "der Schützenplatz so bleiben wie er ist", sagt Präsident Hardi Nottinger. Zelt und Platz dürfen nicht auseinandergerissen werden. "Grundsätzlich sind wir offen für einen Supermarkt." Der Heimatverein ist mit den Schützen "solidarisch", sagt Vorsitzende Marlene Conrads. Sie hofft auf einen Kompromiss: in einem Teilbereich ein Lebensmittelmarkt, der die Schützenwiese nicht tangiert. Für die Einzelhändler hofft Michael Jäger, dass "die Politik endlich eine Entscheidung trifft." Wenn es zur Konkurrenzsituation komme, dann solle ein Supermarkt am Haus Reuschenberg liegen und damit nahe am Ladenzentrum. Die CDU ist für einen Supermarkt am Standort Bergheimer Straße. Jörg Geerlings: "Wir wollen die Meinung der Versammlung hören." Die FDP will "unvoreingenommen und ohne Festlegung" in die Versammlung gehen, so Heinrich Köppen. Die SPD ist gegen einen Supermarkt: "Das Einzelhandelsgutachten von 2008 gibt das nicht her", sagt Hartmut Rohmer. "Der Bedarf ist nicht vorhanden." Dass sehen auch die Grünen so: "Das bisherige Angebot reicht aus", sagt Ingeborg Arndt.

(NGZ/rl)