Straßen NRW legt Sanierungskonzept für die Fleher Brücke in Neuss vor

Autobahnbrücke zwischen Neuss und Düsseldorf : Fleher Brücke bis 2024 Baustelle

Das Sanierungskonzept für die Fleher Brücke liegt vor. Was wie eine gute Nachricht des Landesbetriebs Straßen NRW klingt, hat einen gewaltigen Haken. Denn jetzt soll die Sanierung der seit Ostern zum Teil gesperrten Rheinbrücke der Autobahn 46 fünf Jahre dauern.

Voraussichtlich, wie die Behörde schreibt.

Im Mai hatte sich Landesbauminister Hendrik Wüst im Interview noch zuversichtlich gezeigt, dass mit der Sanierung der Brücke im kommenden Frühjahr begonnen und die Arbeit bis Ende 2020 abgeschlossen werden kann. „Wenn wir mehr tun, als nur zu reparieren, haben wir wieder für Jahrzehnte Ruhe“, sagte Wüst damals. Und: „Die Brücke ist zu neu, um mit ihr in eine Spirale immer neuer Reparaturen zu kommen, an deren Ende ein Neubau steht.“ Noch im Juni hatten Mitarbeiter des Landesbetriebs im Bezirksausschuss Uedesheim diesen Zeitplan präsentiert. Aber da arbeitete ein Expertengremium im Auftrag von Straßenbau NRW noch an ihrem Konzept.

In den nächsten Tagen werden die ersten Ausschreibungen für die Arbeiten an der Brücke, die nach aufwendiger Sanierung ihres Mittelpylons vor der erneuten Teilsperrung gerade einmal sechs Monate baustellenfrei war, veröffentlicht.

Während der Sanierungsarbeiten wird der Verkehr wie seit der Teilsperrung Ende März auf vier Fahrstreifen weiterlaufen, immer zwei je Fahrtrichtung. Sofern Vollsperrungen notwendig werden, erfolgen diese möglichst in verkehrsarmen Zeiten, betont Straßen NRW.

Noch offen ist, ob und in welchem Umfang der genehmigungspflichtige Schwerverkehr von mehr als 40 Tonnen während der Sanierungsphase zugelassen werden kann. Bei den regelmäßigen Brückenüberprüfungen von Straßen.NRW waren im Frühjahr Risse in den Querträgern und Querstreben der Stahlkonstruktion, die die äußeren Fahrbahnen abstützen, entdeckt worden. Nur ein Viertel davon war unbeschädigt. Aus diesem Grund wurden die weiteren Untersuchungen intensiviert. Während der Sanierung wird die Brücke ständig weiter beobachtet. Mindestens drei Messstellen sollen die Beanspruchung regelmäßig überwachen. Die Schäden sind vor allem den deutlich gestiegenen Lkw-Verkehr zurückzuführen. Die Brücke, die 1979 für den Verkehr freigegeben wurde und über die täglich 85.000 Fahrzeuge rollen, war für das hohe Verkehrsaufkommen heute nicht konstruiert.

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