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Straßen in Neuss-Uedesheim sollen römische Namen bekommen

Straßennamen für Neubauviertel in Neuss : Ein Römerviertel für Uedesheim

Der Heimatverein Schönes Uedesheim stimmt dem Vorschlag der Stadt zu, für das Neubauviertel „Im Kreuzfeld“ römische Straßennamen zu wählen. Das Thema beschäftigt jetzt den Bezirksausschuss..

Die Wiederbelebung des römischen Kulturerbes steht seit geraumer Zeit im Fokus der Stadt, der Politik und zahlreicher Vereine. Passend zum aktuellen  Erhaltungs- und Vermittlungskonzept für den „Niedergermanischen Limes“, das den Bezirksausschuss Uedesheim am Dienstag, 9. Juni, beschäftigt, soll  das geplante Baugebiet „Im Kreuzfeld“ mit Straßennamen beschildert werden, die einen Bezug zur römischen Geschichte aufweisen. Auch das ist Thema der Sitzung, die im Romaneum stattfindet.

Der Nachbau eines römischen Wachturmes auf dem Reckberg hält die Erinnerung an die Römerzeit und römische Funde in Uedesheim wach. Dieser Idee folgt auch der Vorschlag für vier neue Straßennamen. Foto: Andreas Woitschützke

Eine „Agrippastraße“, eine „Ammianusstraße“, eine „Limesstraße“  und eine „Ripastraße“ sollen das neue Baugebiet erschließen,  das auch noch einen „Platz am Schützenhaus“ bekommen soll und – in Verlängerung der bestehenden Straße – eine Himmelgeister Straße.

Nachdrücklich hat bereits der „Heimatverein Schönes Uedesheim“ diese Vorschläge begrüßt und sie „als ausgesprochen gelungen bezeichnet“. Schon im Vorfeld hatte er den Wunsch geäußert, die Straßen im neuen Quartier nach örtlichen Gegebenheiten und historischen Landmarken zu bezeichnen. Auch der Bezirksausschuss-Vorsitzende Stefan Crefeld (CDU), ein langjähriges Vereinsmitglied, befürwortet den Verwaltungsvorschlag, der abschließend am 18. Juni im Kulturausschuss behandelt werden soll.

Crefeld nennt die Vorschläge „sehr passend, weil sie der räumlichen Nähe zu den archäologischen Funden aus der Römerzeit Ausdruck verleihen“. Uedesheim bekomme so ein kleines „Römerviertel“, womit auch Kontroversen über Straßenbenennungen etwa nach Politikern vermieden würden, sagt er.

Die Agrippastraße würde an den Feldherren Marcus Vipsanius Agrippa erinnern, der unter anderem die römische Heerstraßen von Lyon an den Rhein anlegte. Die Ammianusstraße würde dem spätantiken Historiker Ammianus Marcellinus ein kleines Denkmal setzen, der in seinem Werk Res Gestae das antike Novesium nennt und den Limes behandelt. An diese Grenzsicherung  erinnert derzeit der Nachbau eines römischen Wachturmes auf dem Reckberg – und demnächst die Limesstraße. Ripa ist schlicht das lateinische Wort für  Flussufer.

Dass römische Namen  hoch im Kurs stehen, erlebt auch der Ausschuss für Anregungen. Ihm liegt am Donnerstag der Antrag vor, eine Straße nach Ammianus Marcellinus zu benennen. Ein Wunsch, der wohl umgehend in Erfüllung gehen wird.

(rhk/-nau)