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Neuss: Strahlenbelastung für Patienten halbiert

Neuss : Strahlenbelastung für Patienten halbiert

Das Gleiche – aber für die Hälfte: Was nach einem satten Rabatt klingt, markiert am städtischen Lukaskrankenhaus einen weiteren Beitrag zur patientenschonenden Behandlung.

Das Gleiche — aber für die Hälfte: Was nach einem satten Rabatt klingt, markiert am städtischen Lukaskrankenhaus einen weiteren Beitrag zur patientenschonenden Behandlung.

Denn mit halbierter Strahlenmenge können die Computertomogrammen im dortigen Institut für klinische Radiologie Bilder erzeugen, die bisherigen Aufnahmen in puncto Qualität in nichts nachstehen. Das konnte das Team um den Chefarzt Professor Mathias Cohnen sogar mit einer begleitenden wissenschaftlichen Untersuchung belegen. Der Zusammenhang zwischen dem Entstehen von Krebserkrankungen und der Exposition (Ausgesetztsein) gegenüber ionisierenden Strahlen ist nicht erst seit dem Erdbeben in Japan und dem Unfall des Kernkraftwerks in Fukushima im vergangenen Jahr allgemein bekannt.

Bedenken hinsichtlich der Strahlenbelastung sowie der damit verbundenen Risiken gibt es auch bei medizinischen Untersuchungsverfahren mit Röntgenstrahlen. Um ein verwertbares Bild zu erhalten, das auch anatomische Details bis in die kleinsten Verästelungen etwa der Gefäße zeigt, ist nämlich ein Mindestmaß an Strahlung notwendig. Diese Menge zu senken, ist eine ständige Herausforderung.

Noch bevor im Herbst 2010 das Institut neue Räume bezog und dabei den Gerätepark noch einmal modernisieren konnte, war 2009 ein Computertomograph mit dem Attribut "strahlenarm" am "Lukas" in Dienst gestellt wurde. Der wurde im Verbund mit anderen bildgebenden Technologien eingesetzt, was die Firma Philips als Hersteller medizinischer Großgeräte dazu veranlasste, das "Lukas" zu einem Referenzzentrum zu machen. Von ihr stammt auch das neue Verfahren "iDose", das dort ab sofort für alle Patienten verfügbar ist.

Dieses System wird nach Angaben des Hauses bundesweit erstmalig in einem Computertomographen angewandt. Der Kniff:"iDose" nutzt die verwendete Strahlendosis nicht nur besser aus, sondern errechnet mit speziellen Computern noch präzisere Bilder. "Für optimale Diagnoseergebnisse", wie Cohnen zufrieden feststellt, der hinzufügt, dass die "bei halber Strahlendosis produzierten Bilder in der Qualität den Aufnahmen mit voller Dosis in nichts nachstehen." Erste und — wie Cohnen findet — überzeugende Erfahrungen habe kürzlich einer seiner Kollegen auf dem Europäischen Röntgenkongress in Wien vorgestellt. Mit einem positiven Echo der Fachwelt.

(NGZ/rl)