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Neuss: Störung der Wirklichkeit

Neuss : Störung der Wirklichkeit

Neuss "Malerei ist kein Massenprodukt. Jedes Bild will Auge in Auge betrachtet werden." Oder: "Der Künstler steht neben der Realität und genießt die Aussicht." Wohl wahr. Mit den Porträts junger Männer und Frauen verbindet der Maler Rolf Mallat Statements zu seiner Arbeit, zur Kunst im Allgemeinen und zum Dasein als Künstler, die Programm wie Erklärung zugleich sind.

Der 1957 in Bonn geborene frei schaffende Maler und Graphiker ist der erste Künstler, der nach langer Zeit wieder bei Hans-Herbert Pelzer ausstellt. Künftig, so sagt der Geschäftsinhaber, sollen an der Mühlenstraße wieder regelmäßig Ausstellungen stattfinden.

Allerdings auf hohem Niveau, betont er auch und ist zudem froh, dass er dafür einen Garanten in seiner Familie hat: Seine Schwester Gabriele Broens ist Kunsthistorikerin und hat auch den Kontakt zu dem in Troisdorf lebenden Mallat hergestellt.

"Sichtwechsel" heißt die Schau, für die Mallat sogar auf Wunsch von Pelzer ein Bild mit Neusser Motiven gemalt hat. Mit dem Münster, kleinen Silhouetten von Schützen und großen Abbildern zweier junger Frauen - nett zwar, und auch ganz in seinem Stil, aber dennoch: Zu den beeindruckendsten gehört es nicht.

Dafür gibt es aber die vielen anderen. Die von Mallats genauem, fast fotografischen Blick zeugen und seinem feinen Gespür für die malerische Anverwandlung. Szenen aus dem Stadtleben stehen immer wieder im Mittelpunkt.

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Flaneure vor Schaufenstern, Frauen, die an einem Cafétisch sitzen und miteinander reden, parkähnliche Anblicke - sie dominieren die Bilder, aber werden immer wieder ge- und unterbrochen von Flächen und Streifen mit abstrakten Farbfeldern, die oft genug wie strukturiert wirken. Das fotografisch wirkende, malerische Abbild der Wirklichkeit erfährt eine bewusste Störung, die Auge und Sinn des Betrachters indes für die faszinierenden Details öffnen.

Info Mühlenstraße 25, bis 21. Juni

(NGZ)