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Neuss: Stelzenhaus für Wendersplatz

Neuss : Stelzenhaus für Wendersplatz

Die Stadt will auf dem Wendersplatz einen Bürokomplex bauen. Dort könnte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform einziehen, die einen neuen Standort sucht. Der Clou: Das Gebäude würde auf Stelzen stehen.

Die Stadt verfolgt mit Nachdruck ihre Absicht, den Wendersplatz zu verändern und zu bebauen. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte Bürgermeister Herbert Napp, dass es einen Projektentwickler gibt, "der für dieses Areal eine Planung macht, um diese einem Endnutzer anzubieten".

Bei diesem Kunden handelt es sich um den Verband der Vereine Creditreform mit Sitz an der Hellersbergstraße in Neuss. Das bestätigte der geschäftsführende Gesellschafter des Beratungsunternehmen Anteon Immobilien, Jens Reich: "Der Wendersplatz ist ein Standort, den wir im Rahmen der Prüfung auf unserem Zettel haben."

Weil der Wendersplatz nicht nur als bislang kostenloser Parkplatz heiß begehrt ist, sondern auch während des Schützenfestes Standort von Kirmeswagen und Aufenthaltsort von Schützen ist, bedarf es einer besonderen Lösung und ungewöhnlichen Konstruktion.

Die nennt Napp: "Carport". Ein neues Bürogebäude würde auf Stelzen stehen. Napp: "Eine solche Aufständerung ermöglicht es, alle anderen Nutzungen zu erhalten." Also das Parken und den Bewegungsraum für die Schützen. Visualisierungen hatte Napp schon auf dem Tisch, er kennt ähnliche Beispiele, etwa aus Paris. Die vorhandenen Bahngleise stehen einer Bebauung nicht im Weg, das haben schon die Untersuchungen ergeben, als für den Neubau des Kreishauses auch der Wendersplatz eine Option war. Für den Bürgermeister ist das Areal ein "prominenter Standort, er für viele Investoren interessant ist".

"Würden gerne in Neuss bleiben"

Die Wirtschaftsauskunft Creditreform hat Anteon damit beauftragt, Alternativen zum bisherigen Standort zu ermitteln. Dort läuft der Mietvertrag im Jahr 2015 aus. "Wir werden in Kürze im Rahmen eines Tagesworkshops die aktuellen Standortvorschläge präsentiert bekommen", sagte Kevan Butt, Mitglied der Geschäftsleitung des Creditreform-Verbandes.

"Wir würden schon gerne in Neuss bleiben und neigen auch dazu. Die Mitarbeiter fühlen sich hier wohl." Der Trend geht also in Richtung Neuss, "wenn alles andere passt", so Butt. Dazu gehören folgende Kriterien: Erstens eine gute Erreichbarkeit und gute Verkehrsanbindung; zweitens eine Nähe zur Innenstadt und drittens ein Bürogebäude, das die Energiekosten in vertretbarem Rahmen belässt.

Das Beratungsunternehmen Anteon tritt auf die Bremse "Wir haben aufgrund des Mietvertrages unseres Kundens keinen Zeitdruck", sagt Reich. "Uns ist der Wendersplatz angeboten worden, aber es gibt keine Festlegung auf einen Projektentwickler."

Bis Ende nächsten Jahres will man zusammen mit der Creditreform Klarheit über den neuen Standort haben.

(NGZ/rl)