Neuss: Steinmetz für die Schützen

Neuss : Steinmetz für die Schützen

Markus Mößmer ist Steinmetz – und begeisterter Schütze. Deswegen hat er für seine Heimatstadt Neuss einen Stein geschaffen, der auf die Bedeutung der Schützensteine hinweist – in dieser Woche soll der Stein verlegt werden.

Markus Mößmer ist Steinmetz — und begeisterter Schütze. Deswegen hat er für seine Heimatstadt Neuss einen Stein geschaffen, der auf die Bedeutung der Schützensteine hinweist — in dieser Woche soll der Stein verlegt werden.

"Freunde und Förderer des Rheinischen Schützenmuseums Neuss" hat Markus Mößmer auf den Stein gemeißelt, der bald auf der Neusser Krämerstraße einen Hinweis darauf geben soll, dass die Steine am Boden keine Stolper-, sondern Schützensteine sind. Steinmetz Mößmer ist begeisterter Schütze, spielt seit 20 Jahren im Musikverein Holzheim und freut sich jedes Jahr auf die Parade, bei der er mit seinen Musikerkollegen mitmarschiert.

Stein wird an die Stadt gespendet

Die Idee, einen erklärenden Stein zu den Schützensteinen in der Innenstadt hinzuzufügen kam von der Zukunftsinitiative Innenstadt (ZIN). "Als ich gefragt wurde, habe ich nicht lange gezögert", sagt Mößmer, der den Stein samt Schriftzug — Verkaufswert etwa 2000 Euro — an die Stadt spendet. Verlegt werden soll er Ende dieser Woche, nämlich dann, wenn auch die neuen Schützensteine verlegt werden.

Mößmer ist gebürtiger Neusser, schon als Kind war er bei den Reuschenberger Fanfaren aktiv, heute spielt der 46-jährige Familienvater in seinem Musikverein Posaune. Den ganzen Sommer über spielt er auf fast allen Neusser Schützenfesten, Höhepunkt ist stets das Neusser Schützenfest. Da gerät der Steinmetz richtig ins Schwärmen über das, was da "auf der richtigen Rheinseite" vor sich geht. Denn seine Werkstatt hat der Neusser am Düsseldorfer Südfriedhof — "und ich bin jeden Abend froh, wenn ich wieder über den Tunnel fahre", sagt Mößmer lachend.

Dass er beruflich für die Schützen einspringt, ist mit der Schützenplatte das erste Mal. Gefertigt ist die Platte aus Gneis, eine nordische, sehr feste Steinsorte. "Denn sie soll überdauern, selbst wenn Kehrmaschinen darüber hinweggehen", erläutert Mößmer, der den Stein deswegen auch nicht graviert, sondern die einzelnen Buchstaben aus der Oberfläche gehauen hat. "Sonst würde sich in den Rillen der Buchstaben Schmutz sammeln", erläutert Mößmer, der sicher ist, dass der neue Schützenstein "tausend Jahre" überdauern kann.

Dieses Dauerhafte ist es, was den Steinmetz an seiner Arbeit immer wieder reizt. Hauptsächlich arbeitet der 46-Jährige, der seit dem Jahr 1997 selbstständig ist, an Grabsteinen. Aber auch auf der Museumsinsel sind die Dienste des Handwerksmeisters gefragt, oder bei den Alexianern, für die er unter anderem steinerne Kreuze restauriert hat. In seiner Familie hat Arbeit mit Stein Tradition: Mößmers Vater war Dombaumeister im Xantener Dom. Und auch das Schützenwesen sei in seiner Familie stark verwurzelt, schon als kleiner Junge ist Mößmer mitmarschiert. "Es ist eben ein besonderes Gefühl, diese fünfte Jahreszeit", findet der Neusser, der froh ist, dass seine Arbeit nun Teil des Bürgerschützenfestes ist.

(NGZ/rl)
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