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Neuss: Stehender Applaus für das Rheinjuwel-Musical

Neuss : Stehender Applaus für das Rheinjuwel-Musical

Das Premierenpublikum war begeistert von der Aufführung des Regenbogenchores. Weitere Vorstellungen sind diese Woche geplant.

Zum Abschluss gab es "Standin Ovations", und das zu Recht. Lange haben die Vorbereitungen für das Musical "Rheinjuwel" gedauert, nun feierte es am vergangenen Wochenende Premiere in der Janusz-Korczak-Gesamtschule.

"Es war ein großer Abend", sagt Schauspieler Alexander Loosen, der die Rolle des streitbaren Hufschmieds Isbert spielt. Bis zur letzten Minute seien die Szenen noch verfeinert worden, bevor die Premiere startete. Das Stück spielt zur Germanenzeit und entführt die Zuschauer auf eine abenteuerliche Schatzsuche. Der Text stammt aus der Feder von David Stumpff, die Musik, die der Kapellener Regenbogenchor präsentiert, komponierte Richard Westerhaus. Lange ruhte das Stück in der Schublade: Westerhaus beschloss bereits 2004, ein eigenes Musical für den Chor auf die Beine zu stellen – das Rheinjuwel. Nach beinahe zehn Jahren und einer Überarbeitung, denn das Stück war zuvor sehr männerlastig, fand es jetzt den Weg auf die Bühne. Vor mehreren Hundert Zuschauern zeigte die talentierte und motivierte Gruppe das Werk. Eines kam in der fantasievoll umgesetzten Geschichte nie zu kurz: der Humor.

Die Handlung: Vor über 2000 Jahren wird das germanische Rheinland durch die Römer besetzt, doch die Rheinländer sind zu stolz, um ihre Kultur, die Sprache, Gewohnheiten und die rheinische Gemütlichkeit gegen die römische Ordnung und den Drill einzutauschen. Als wegen der strengeren Bestimmungen durch die Römer unter den Bewohnern eines germanischen Dorfes wieder einmal ein Streit ausbricht, beschließt der Bürgermeister Rodewald – wunderbar dargestellt von Kay Pochert – die Raufbolde voneinander zu isolieren. Ein glücklicher Zufall kommt ihm zu Hilfe: Da seine Frau bald Geburtstag hat und er ihr ein besonderes Juwel schenken will, schickt er einfach die drei größten Streithähne Isbert, Markward und Modorok nach Köln, das damals noch Colonia hieß, zum berühmten Goldschmied Auratus. Begleitet werden sie dabei von der selbst ernannten Schmuckexpertin Rosalla, dem Dorfwirt Leonard und dem Trinkhorn-Produzenten Eberhard.

Mit humorvollen Dialogen und rockiger Musik begeben sich die Helden des Musicals auf ihre abenteuerliche Reise – und nehmen die Zuschauer gleich mit: Auf einer Leinwand laufen witzige Bilder, Aufforderungen zum Mitsingen und es gibt Anhaltspunkte, wo sich die Germanen gerade befinden. Es geht durch die Wälder des Rheinlands, in denen auch die attraktiven Erynien Eva, Lorelei und Pandora ihr Unwesen treiben um ebenfalls das Rheinjuwel zu erlangen. Dabei wollen sie der Germanin Rosalla den Rang ablaufen, indem sie sich als exzellente Schmuckexpertinnen darstellen. Und die Erynien sind nicht die einzige Hürde, die die Helden zu überwinden haben...

Begleitet werden die durchweg guten Musical-Sänger von der Rheinjuwel-Band: Komponist Richard Westerhaus an den Keyboards, Frank Dechene an der Gitarre, Thomas Jungmann am Bass und Rafael Gonsalez sowie David Stumpff am Schlagzeug. Schauspieler Loosen zog nach dem Wochenende ein positives Fazit. "Es war spannungsgeladen und aufregend", sagt er. "Und wir freuen uns schon auf den nächsten Auftritt."

(NGZ)