Neuss Start in den Radfrühling

Neuss · Zu Ostern werden die Räder wieder aus dem Keller geholt – die Saison beginnt. Durch Neuss und den Rhein-Kreis führt ein gut ausgeschildertes Radwegenetz mit einer Länge von 1200 Kilometern. NGZ-Empfehlungen fürs Anfahren.

 Gut gelaunt der Sonne entgegen: Der Winter war lang genug und jetzt nutzen die Fahrradfahrer jede Chance, sich wieder auf den Weg zu machen. Dabei locken vor allem die Wege durch die Rheinauen der Stadt Neuss.

Gut gelaunt der Sonne entgegen: Der Winter war lang genug und jetzt nutzen die Fahrradfahrer jede Chance, sich wieder auf den Weg zu machen. Dabei locken vor allem die Wege durch die Rheinauen der Stadt Neuss.

Foto: L. Berns

Zu Ostern werden die Räder wieder aus dem Keller geholt — die Saison beginnt. Durch Neuss und den Rhein-Kreis führt ein gut ausgeschildertes Radwegenetz mit einer Länge von 1200 Kilometern. NGZ-Empfehlungen fürs Anfahren.

 Herbert Weyers (47) aus dem Neusser Lukasviertel setzt sich täglich aufs Rad, um zwischen zehn und fünfzehn Kilometer herunter zu strampeln. Er ist oft allein unterwegs, manches Mal aber auch in der Gruppe. Sehr gern fährt er die Strecke entlang des Nordkanals, weil er "die Landschaft liebt".

Herbert Weyers (47) aus dem Neusser Lukasviertel setzt sich täglich aufs Rad, um zwischen zehn und fünfzehn Kilometer herunter zu strampeln. Er ist oft allein unterwegs, manches Mal aber auch in der Gruppe. Sehr gern fährt er die Strecke entlang des Nordkanals, weil er "die Landschaft liebt".

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In erster Linie ist Ostern das höchste Fest der Christenheit, die den Sieg Jesus über den Tod feiert. Aber die Wurzeln Osterns reichen weit zurück und gründern in einem Fest, mit dem die Menschen einst den Frühling begrüßten. Unter diesen Vorzeichen sind die Osterfeiertage zugleich auch die inoffizielle Eröffnung der Radfahrsaison — und die spielt für Stadt und Kreis Neuss eine ganz wichtige Rolle. "Die Radler sind treue Tourismus-Gäste in Neuss", versichert Michael Kloppenburg, der Stadtsprecher.

 Margit Westhoff und ihr Partner Theo Hintzen (72) aus Köln kommen gern nach Neuss, weil "die Wege gut ausgebaut sind". Ihr Tipp: Für ungeübte Radler ist der Erftradweg ideal: "Er ist leicht und schön." Mittwoch fuhr er bis zur Mündung in Grimlinghausen: "Die Strecke ist einfach ideal fürs Anfahren."

Margit Westhoff und ihr Partner Theo Hintzen (72) aus Köln kommen gern nach Neuss, weil "die Wege gut ausgebaut sind". Ihr Tipp: Für ungeübte Radler ist der Erftradweg ideal: "Er ist leicht und schön." Mittwoch fuhr er bis zur Mündung in Grimlinghausen: "Die Strecke ist einfach ideal fürs Anfahren."

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Und die Radler lassen die Kassen klingeln: 8,3 Millionen Radtouristen rollen pro Jahr durch NRW, und jeder von ihnen gibt pro Kopf rund 160 Euro aus. Kein Wunder also, dass Stadt und Kreis daran interessiert sind, sich ein Stück dieses 1,3-Milliarden-Euro-Kuchens zu sichern.

 Egon Schöttkes (73) ist von Düsseldorf nach Neuss umgezogen und kann gut vergleichen: "In Neuss ist das Radwegenetz besser." Er sitzt täglich auf dem Rad, besitzt kein Auto. Vom Rheinparkcenter radelt er zum sporthafen, wo sein Boot liegt. aber er genießt auch die Ausflüge in die Neusser Umgebung.

Egon Schöttkes (73) ist von Düsseldorf nach Neuss umgezogen und kann gut vergleichen: "In Neuss ist das Radwegenetz besser." Er sitzt täglich auf dem Rad, besitzt kein Auto. Vom Rheinparkcenter radelt er zum sporthafen, wo sein Boot liegt. aber er genießt auch die Ausflüge in die Neusser Umgebung.

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Über 1200 Kilometer Radweg führen gut ausgeschildert durch den Rhein-Kreis, vorbei an fünfzig Schlössern, Burgen und Herrensitzen. "Unser flacher Parcour ist ideal für Radler, auch für ungeübte Pedalritter", sagt Benjamin Josephs (29), Tourismusbeauftragter bei der Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreises. Gerade einmal 90 Meter beträgt der Höhenunterschied hierzulande.

Margit Westhoff und Theo Hintzen (72) radeln gern auf dem Erftradweg zum Anfahren. Am Mittwoch strampelte das Paar aus Köln 90 Kilometer herunter: "Uns zieht's immer wieder in den Rhein-Kreis, denn wir lieben die Strecke entlang der Erft." Sie machen Pausen und schauen sich um. Am Mittwoch besichtigten sie Schloss Hülchrath.

Für ein attraktives Wegenetz mit guter Ausschilderung tritt auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ein, deren Neusser Sprecher Heribert Adamsky (54) die Stadt Neuss für ihre Bereitschaft zur Kooperation lobt: "In Neuss wird konsequent reagiert. Die einheitliche Beschilderung ist umgesetzt." Adamsky und der ADFC treiben aber bereits ihr neues Projekt voran: ein Radweg entlang des Norfbaches. "Da ist Bedarf und Potenzial vorhanden", sagt Adamasky, "denn eine überzeugende Streckenführung von Norf in die Innenstadt fehlt noch."

Drei von vielen Radrouten, die Neuss passieren, sind besonders beliebt: neben dem Erftradweg sind dies die Fietsallee am Nordkanal und natürlich der Rhein-Radweg, der auf seinem Weg in die Niederlande den Rhein-Kreis quert. Die Radler sind in Augen von Benjamin Josephs ein überaus interessantes Klientel.

Vor allem die Generation "50 plus" hat er im Auge: "Die haben vielfach die Welt gesehen und bleiben nun lieber in der Region." Außerdem denkt er wirtschaftlich: "Die Radler geben unterwegs auch gern gutes Geld aus."

(NGZ)
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