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Neuss: Starker Gewinnrückgang bei Werhahn

Neuss : Starker Gewinnrückgang bei Werhahn

Der Umsatz der Neusser Wehrhahn KG steigt, doch der Konzernüberschuss ist im zweiten Jahr in Folge gesunken. Trotzdem blickt die Geschäftsführung optimistisch in die Zukunft und geht für 2014 von einem Wachstumskurs aus.

Der Neusser Traditionskonzern Werhahn hat im vergangenen Jahr einen deutlich geringeren Gewinn eingefahren als noch in den Jahren zuvor. Lag der Konzernüberschuss der Werhahn KG vor drei Jahren noch bei 72 Millionen Euro, sank er 2012 auf 42 Millionen Euro. Wie die aktuelle Bilanz des Unternehmens zeigt, liegt der Konzernjahresüberschuss 2013 bei nur noch elf Millionen Euro.

Der Neusser Anton Werhahn ist Vorstandssprecher der Werhahn KG. Besonders stolz ist er auf den Erfolg der "Bank 11", die drei Jahre nach der Gründung die Gewinnzone erreicht hat. Foto: andreas woitschützke (archiv)

"Wir gehen davon aus, dass wir uns in diesem Jahr wieder deutlich verbessern", sagt Vorstandssprecher Anton Werhahn. Denn die Verluste erklärten sich durch einen erhöhten Steueraufwand sowie Wertkorrekturen innerhalb des Konzerns. Werhahn verweist auf den Umsatz: Der ist erneut um fünf Prozent gestiegen auf knapp 3,2 Milliarden Euro. Aktiv hat die Werhahn-Gruppe im vergangenen Jahr daran gearbeitet, ihr Portfolio durch Zukäufe zu erweitern - die Bilanzsumme stieg um 17 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Das Eigenkapital liegt mit knapp 1,7 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahr.

Sorgenkind der vergangenen Jahre war stets das Geschäft mit den Back-Produkten, das seit dem Vorjahr schrittweise aus der Werhahn-Gruppe gelöst und verkauft worden war. Die Mühlen-Sparte, zu der auch der Backzutatenhersteller Plange gehört, hatte in der Vergangenheit im Visier der Kartellbehörden gestanden - jahrelang hatten Vertreter von 22 deutschen Mühlen illegal über Preise und Mengen Absprachen getroffen. Die Strafe in Millionenhöhe, von der auch die Werhahn-Gruppe betroffen ist, habe aber keinen Einfluss auf die Bilanz gehabt, erläutert Finanzvorstand Kathrin Dahnke. "Dafür waren in den Vorjahren bereits entsprechende Rücklagen gebildet worden", sagt sie. Zudem sei innerhalb des Unternehmens schon länger darüber diskutiert worden, die Mühlen-Sparte zu veräußern, fügt Anton Werhahn hinzu. "Für die Familie war das keine leichte Entscheidung", sagt der Vorstandssprecher. Schließlich bedeutet der Verkauf auch einen Verlust am Neusser Stammsitz, an dem Werhahn nun nur noch mit der "Bank 11", die 2010 gegründet wurde, sichtbar vertreten ist.

Mit dem Finanzgeschäft verbindet der Mischkonzern auch die größten Wachstumschancen. Zwar bleibt der Bereich der Natursteine der größte Umsatzbringer - über 1,3 Milliarden Euro, was einem Plus von einem Prozentpunkt entspricht, wurden in diesem Firmenzweig umgesetzt. Doch schon an an zweiter Stelle steht das Bankgeschäft, maßgeblich getragen durch den Leasing-Anbieter "abcfinance", der eine Umsatzsteigerung von 20 Prozent auf 745 Millionen Euro verzeichnet. Am stärksten wächst die Neusser "Bank 11", dort stieg der Umsatz auf 39 Millionen Euro - ein Plus von 89 Prozent. Mit diesen Zahlen hat es die Neusser Bank, die sich auf Kreditfinanzierung bei Autokäufen spezialisiert hat, drei Jahre nach der Gründung die Gewinnzone erreicht.

"Weiteres wichtiges Kerngeschäft bleiben die Konsumgüter", erläutert Anton Werhahn. Zwar sank der Umsatz dort um ein Prozent, erreichte aber immer noch 537 Millionen Euro, was diesen Bereich zum drittstärksten innerhalb der Gruppe macht. Zu dem Firmenzweig gehören auch die Produkte der Marke "Zwilling". So trägt der Geschäftsbereich "Zwilling Küche", der ein Plus von sechs Prozent verzeichnet, 386 Millionen Euro zum Gesamtergebnis dieses Firmenzweiges bei.

(NGZ)