Städtepartnerschaft: Neuss verhandelt in Herzlija - Treffen mit Fußballprofi Tim Heubach

Städtepartnerschaft : Neusser Bürgermeister trifft in Israel Fußballprofi aus Weckhoven

Sorgenvoll hat sich der Stadtverordnete Hugo Hoff via Facebook an Bürgermeister Reiner Breuer gewandt, der mit einer kleinen Delegation Israel bereist, wo seit Dienstag in weiten Landesteilen Ausnahmezustand herrscht.

„Ich hoffe, Ihr seid und bleibt gesund – trotz der Raketen“: Sorgenvoll hat sich der Stadtverordnete Hugo Hoff via Facebook an Bürgermeister Reiner Breuer gewandt, der mit einer kleinen Delegation Israel bereist, wo seit Dienstag in weiten Landesteilen Ausnahmezustand herrscht.

Bürgermeister Reiner Breuer mit Profifußballer Tim Heubach. Foto: Stadt Neuss

Das aber ist bislang an Breuer und seinen Begleitern vorüber gegangen. „Wir sind hier gut begleitet“, funkt er in die Heimat.

Israels Verteidigungsminister hatte den Ausnahmezustand verhängt, weil Hunderte von Raketen aus dem palästinensischen Westjordanland Richtung Israel abgefeuert worden waren. Mit ihnen will der Islamische Dschihad Vergeltung für die gezielte Tötung eines ihrer Kommandeure durch israelische Militärs üben. Mehr als 40 Israelis wurden durch solche Geschosse verletzt.

Vor fünf Jahren, als Breuer schon einmal das Heilige Land bereiste, habe er eine ähnliche Situation erlebt, sagt er: „Das gehört in Israel zum Alltag.“ Man nehme zwar die Besorgnis vieler Menschen im Land wahr, sagt Breuer, habe aber von den Raketenangriffen nichts mitbekommen und „keine Gefahr wahrgenommen“. Das galt auch am Mittwoch, als die Neusser erst die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und danach die Altstadt von Jerusalem besuchten, bevor sie sich am Abend nördlich von Tel Aviv mit Vertretern der Stadt Herzlija trafen. Diese Stadt ist eigentlicher Grund und Ziel der Reise, denn die Neusser Delegation, zu der Bert Römgens von der jüdischen Gemeinde gehört, will dort Sondierungsgespräche über die Aufnahme einer Städtepartnerschaft führen.

Einen Landsmann und Unterstützer der Idee hat Breuer schon vor Ort getroffen: den Fußballprofi Tim Heubach. Der gebürtige Weckhovener, der nicht zuletzt für den TSV Norf die Fußballschuhe geschnürt hat, kickt dort seit August 2017 beim israelischen Erstligisten Maccabi Netanya. „Ein toller Typ“, sagte Breuer anschließend.

Der Bürgermeister war nicht der erste Besucher aus der alten Heimat. Erst Ende September trafen 15 Schüler vom Gymnasium Norf, die im Rahmen eines Schüleraustausches mit Schulleiter Stefan Kremer den Ort Even Yehuda besuchten, den Fußballprofi zum Interview.

(-nau)
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